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Zukunftsweisend

innogy SE bietet Technologien und Produkte, mit denen eMobility im Alltag komfortabel wird

Zukunftsweisend
Ladepark Duisburg
Zukunftsweisend
Ladepark Duisburg
Zukunftsweisend
Beispielfassade VISTA Reihenhaus GmbH; Projekt Castrop-Rauxel
Zukunftsweisend
Jörg Löber
Zukunftsweisend
Dr. Norbert Verweyen
CUBE: Laut Verband der Deutschen Automobilindustrie werden die deutschen Automobilhersteller ihr... mehr
CUBE: Laut Verband der Deutschen Automobilindustrie werden die deutschen Automobilhersteller ihr Modellangebot im Bereich der Elektrofahrzeuge bis zum Jahr 2020 mehr als verdreifachen. Zur Elektromobilität gehören aber auch eine funktionierende Energieversorgung und eine wachsende Zahl an Lademöglichkeiten.

Dr. Norbert Verweyen: eMobility-Nutzer müssen ihre Elektroautos schnell und unkompliziert aufladen können. Nur dann wird Elektromobilität zur akzeptierten Alternative im Verkehr. Modernste Ladetechnik spielt dabei eine Hauptrolle. Mittlerweile haben zahlreiche Automobilhersteller E-Autos entwickelt, gebaut und in Serienfertigung auf den Markt gebracht. Noch gibt es in der Bevölkerung einige Bedenken, bezüglich der hohen Kosten, einer dünnen Ladeinfrastruktur, umständliches Handling durch Ladezeiten, geringen Reichweiten etc. Hier setzt innogy SE starke Impulse: Wir bieten Technologien und Produkte, mit denen eMobility im Alltag einfach und komfortabel wird. Die Schnellladeinfrastruktur ist eine wichtige Voraussetzung für die Verbreitung und Etablierung von Elektromobilität in Ballungsräumen, damit sich diese schadstoffarme und CO₂-freie Form der Mobilität flächendeckend durchsetzen kann.

Im vergangenen Jahr hat innogy SE im Duisburger Norden den bundesweit ersten urbanen Schnellladepark eröffnet. Was ist so besonders an dem Projekt?

Jörg Löber: 80 bis 85 Prozent aller Ladevorgänge erfolgen, wenn das Elek­troauto ohnehin parkt: Parkzeit ist also wertvolle Ladezeit. In Großstädten haben Autofahrer aber häufig keinen festen Stellplatz und somit auch keine Möglichkeit für lange Ladeintervalle. Dafür hat innogy SE zusammen mit dem Kooperationspartner Stadtwerke Duisburg den Schnellladepark entworfen: Das Grundstück wurde seitens des Bereichs Real Estate gemeinsam mit dem Bereich eMobility aufbereitet, sodass die Realisierung erfolgen konnte.

Dr. Norbert Verweyen: Der Schnellladepark ergänzt die innerstädtischen Ladeinfrastruktur in Duisburg. Die Fahrzeuge werden an den Schnellladesäulen in der Regel innerhalb von 20 Minuten unkompliziert geladen. Der Ladepark in Duisburg ist ein absolutes Vorreiterprojekt, der erste urbane Ladepark Deutschlands. Bislang gab es diese Anlagen nur an Autobahnraststätten. Besonders ist dabei auch die Lage: In direkter Nähe zu A42 und A59, den Autobahnen mit dem höchsten Verkehrsaufkommen im Ruhrgebiet, können Pendler kurz von der Autobahn abfahren, um ihr Fahrzeug in kürzester Zeit zu laden. Die zentrale Lage zur Duisburger Innenstadt und zum Hauptbahnhof macht die Anlage ebenso auch attraktiv für Duisburger, die in der Innenstadt wohnen und vielleicht auf dem Weg zur Arbeit eine der beiden Autobahnen nutzen. Wir testen das Konzept im Realbetrieb und sammeln weitere Erkenntnisse für die Praxis. Diese werden wissenschaftlich ausgewertet, um das Konzept auch an weiteren Standorten umzusetzen.

Der Ladepark Duisburg verknüpft innovative Schnellladeinfrastruktur mit regenerativer Energieerzeugung und einer möglichst hohen Netzverträglichkeit. Wie funktioniert das konkret?

Dr. Norbert Verweyen: Die Anlage kombiniert regenerative Energieerzeugung mit hochwertigen Schnellladesäulen und einem Batteriespeicher. Was konkret bedeutet: Das Projekt verbindet über ein intelligentes Energiemanagementsystem vier Gleichstrom-Schnellladestationen mit je 150 kW Leistung sowie eine Batteriestation mit 210 kWh Kapazität. Darüber hinaus liefert ein 180 m² großes Solardach 26.000 kWh Ökostrom im Jahr, gleichbedeutend mit rund 200.000 Fahrtkilometern. Dank der integrierten Batterie wird die Netzbelastung deutlich minimiert. Denn oft reichen die Netzkapazitäten vor Ort nicht für einen großflächigen Ausbau von Schnellladestationen. Der Batteriespeicher puffert die Spitzenbelastung ab, wenn mehrere Autos gleichzeitig mit voller Leistung schnell laden. Die Batterie ermöglicht auch, den gesamten Sonnenstrom lokal zu nutzen. Damit arbeitet die zukunftsweisende Stromtankstelle teilweise autark. Das integrierte Energiemanagementsystem meldet dem Rechenzentrum hinter den Ladesäulen kontinuierlich die verfügbare Leistung aus Netz und Batterie. Das Rechenzentrum kann künftig auf Basis einer Verbrauchs- und Wetterprognose die Batterie optimal vorladen lassen. So stellen wir sicher, dass das Netz nicht überlastet wird und dass die Nutzer bei jedem Wetter ihre Fahrzeuge schnell und effektiv laden können.

Dabei setzt innogy nicht allein auf Ladeangebote an Verkehrsknotenpunkten. Das Unternehmen bietet Ladelösungen für Privathaushalte ebenso wie intelligente Straßenlaternen, die nicht nur E-Autos mit Energie versorgen.

Jörg Löber: Straßenlaternen sind fester Bestandteil der Öffentlichkeit, überall präsent, den Bürgern vertraut und an das elektrische Netz angebunden. Mit der entsprechenden Technik können sie aber viel mehr: Ausgestattet mit vielfältigen Sensoren machen sie als Smart Poles das urbane Leben gesünder und effizienter – sie messen z. B. die Luftqualität, erfassen freie Parkplätze oder dienen als 22 kW Ladepunkt zur schnellen Ladung von E-Autos. Die Multifunktionsleuchte ist modular aufgebaut und lässt sich individuell konfigurieren. Zum Einsatz kommt diese Technik bereits in stark frequentierten Bereichen von Innenstädten. Interessant ist sie aber auch für Neubauprojekte: Denn hier wird der Einsatz von smarten Technologien z. B. zur Ladung von E-Autos, gekoppelt an regenerative Energien, immer wichtiger. Ein Beispiel dafür ist ein noch in der Planung befindliches Quartier in Castrop-Rauxel an der Recklinghauser Straße. innogy SE (ehemals RWE Service) hat als Dienstleister für die RWE Generation SE das Gelände einer ehemaligen Düngemittelfabrik, das während des zweiten Weltkriegs als Treibstoffproduktionsstätte genutzt wurde, entwickelt und vermarktet. Während der Altlastensanierung haben wir u. a. fast zweihundert Blindgänger entschärfen müssen. Inzwischen ist das gesamte Gelände weitgehend erschlossen und an die Versorgungs- bzw. Entsorgungsnetze angeschlossen worden. Ein Teilbereich, in direkter Nähe zum Naturschutzgebiet, wurde an die Dornieden Gruppe verkauft: Sie realisiert hier ein neues Wohnquartier mit Reihen-, Doppel- und Mehrfamilienhäusern, umgeben von großzügigen Grünflächen. Für die künftigen Bewohner sind Ladelösungen natürlich wichtig – denkbar sind beispielsweise Ladeboxen für die heimische Garage oder Smart Poles an der Straße: Die Lichtstele sorgt für eine optimale Beleuchtung, der integrierte Ladepunkt lädt E-Fahrzeuge schnell und einfach auf.

Herr Dr. Verweyen und Herr Löber, wir danken Ihnen für das Gespräch.

Das Interview führte Daniela Endrulat.

Jörg Löber

- Statik/Projektmanagement Hochtief AG NL Ausland
- Stellvertr. Hauptabteilungsleiter Grundsatzfragen, Baubetrieb RWE Energie AG
- Leiter Nutzungskonzepte RWE Energie AG
- Leiter Immobilienstrategie RWE Systems Grundstücks GmbH
- Geschäftsführer RWE Systems Development GmbH
- Geschäftsführer Gewerkschaft Gustav, Karlstein
- Leiter Real Estate – Ingenieurdienstleistungen innogy SE

Dr. Norbert Verweyen

- Oberingenieur, Lehrstuhl für Wärmeübertragung und Klimatechnik der RWTH Aachen
- verschiedene Positionen in den Bereichen Konzernentwicklung und Wirtschaftspolitik, VEBA AG
- Hauptreferent Konzernentwicklung, VEW AG
- div. leitende Positionen (zuletzt Leiter Market Design), RWE Supply & Trading GmbH
- technischer Geschäftsführer, RWE Effizienz GmbH
- CTO eMobility, innogy SE

(Erschienen in CUBE Real Estate 02|19)

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