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Intelligent, Smart und Lebenswert

Renzo Pianos Belvedere zeigt die Wohnwelt von morgen – Teil 4 der Smart Home Serie

Jüngste Entwicklungen auf dem Sektor der Wohnimmobilien obliegen der zunehmenden Integration von... mehr

Jüngste Entwicklungen auf dem Sektor der Wohnimmobilien obliegen der zunehmenden Integration von Smart Home-Anwendungen. Vermehrt beziehen Bauherren von Großprojekten den Aspekt vernetzter und intelligenter Produktgruppen in ihr Konzept eines in der Zukunft nachhaltigen Wohnmodells ein. Ein beispielhaftes Bauvorhaben ist das Quartier Belvedere im 3. Bezirk Wiens. Mit 346 Wohnungen, die alle über eine Smart Home-Ausstattung verfügen, zählt das direkt neben dem Schlossgarten Belvedere liegende Wohnareal zum derzeit größten Projekt dieser Art in Europa und ist seitens der technischen Ausstattung wegweisend. Jede dieser Zwei- bis Sechs-Zimmer-Wohnungen lassen sich einerseits völlig autark betreiben oder eben über eine zentrale Steuerung befehligen. Letzterer Fall tritt zum Beispiel ein, wenn für die von außen durchzuführende Fensterreinigung alle Jalousien hochgefahren werden müssen oder es bei starken Windverhältnissen einer bestimmten Position bedarf, um vor Beschädigungen zu schützen. Die individuelle Bedienung in den Wohnungen erfolgt über einen eigenen Server, der mit einem KNX-System vernetzt ist. Mittels mobilen Endgeräts kann der Bewohner etwa seine Belüftung selbst steuern, die aufgrund vieler nicht öffnungsfähiger Fenster oft in Betrieb sein wird. Gleichfalls verfügen die Apartments über eine automatisierte Raumtemperierung zu der eine Fußbodenheizung, eine umweltfreundliche Deckenkühlung und eine angekoppelte Wetterstation gehören, wobei letzteres nicht nur über Temperaturen und Wetterlagen informiert, sondern ebenso in vorprogrammierten Szenarien die Heizung beziehungsweise Belüftung steuert sowie auf An- und Abwesenheit reagiert. Das gesamte Smart Home-System fußt in einer App, die eine externe Bedienung jederzeit zulässt. Komfortabel erweist sich überdies die hauseigene Paketstation, die den Empfänger über den Sendungseingang informiert. Ebenso wird dem Aspekt der Sicherheit große Bedeutung beigemessen. Eine Videosprechanlage, Sicherheitstüren sowie Alarmanlagen wollen vor ungebetenen Gästen schützen. Gleiches Ziel verfolgt ein integrierter Türkontakt, der bei unbefugtem Eintreten in die Wohnung Alarm auslöst und den Einwohner informiert. Je nachdem welches Smart Home-Paket gebucht wird, partizipiert der Nutzer zusätzlich von einer Multiroom-Audio-Lösung, einer Rauchmelderintegration, einem smarten Beleuchtungssystem oder einer Verbrauchssteuerung.

Auch die Architektur folgt der Symbiose von Funktionalität und Nutzen. Renzo Pianos erstes Projekt in Österreich fällt schon allein wegen der auf 17 m hohen Pylonen gestelzten Baukörper auf. Die Intention solcher Bauweise oblag dem unangenehmen Stadtlärm, hervorgerufen durch die naheliegenden Bahntrassen. Für den Architekten war es deshalb eine wichtige Überlegung, die Wohnbereiche nach oben zu verlegen. Somit beginnen die ersten Fenster auf einer Höhe von 9 m und damit über den Baumkronen des Schweizergartens. Eine auffällige Architektur bildet jedoch nur ein Element eines wertigen Gebäudekonzeptes. Es ist vielmehr die Gesamtheit aus Architektur, technischer Ausstattung und übergreifenden Dienstleistungen, warum dieses Bauvorhaben zu einem Leuchtturmprojekt für nachhaltige und intelligente Wohnformen avanciert.

(Erschienen in CUBE 04|19)

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