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Wohnen mit Stadtmauer

Aufwendige Sanierung einer 300 Jahre alten Scheune in Waiblingen

Ein bis zu 8 m hoher und 1,60 m starker Abschnitt der Waiblinger Stadtmauer aus dem 13.... mehr

Ein bis zu 8 m hoher und 1,60 m starker Abschnitt der Waiblinger Stadtmauer aus dem 13. Jahrhundert begrenzt die Nordseite der Huchler-Scheune. Dem damaligen Besitzer diente sie als Stallgebäude. Dann stand das 300 Jahre alte Gebäude lange Zeit leer und musste aus Sicherheitsgründen abgestützt werden, da es sich um einen halben Meter geneigt hatte. Die Stuttgarter Architekten von Coast bewahrten mit ihrer Erfahrung bei der Sanierung von Bestandsbauten die einsturzgefährdete Scheune vor weiteren Schäden. Auf der Grundlage eines aufwendigen Nutzungs- und Sanierungskonzepts fügten sie den sechsgeschossigen Bau wieder ins Stadtbild und werteten das Areal rund um die Scheune auf. Durch den angrenzenden Neubau schlossen sie die bisher brachliegende Baulücke, stellten das historische Raumgefüge wieder her und definierten einen privaten Innenhof vor der Scheune. Entlang der Stadtmauer dient er als neuer Zugang zum Gebäude, dessen interne Erschließung parallel zur denkmalgeschützten Bruchsteinwand als lange schwarze Stahltreppe platziert ist. Die Stadtmauer ist als führendes und begleitendes Element definiert und als raumprägendes historisches Exponat in Szene gesetzt. Über den mittelalterlichen Wehrgang wird nicht nur das Büro in den unteren beiden Geschossen, sondern auch die Wohnfläche erreicht, die sich mit 155 m² über vier Geschosse erstreckt. Der Wohnbereich ist als offener Grundriss gestaltet und der historische Dachstuhl ist im Gesamten erfahrbar. Mitten im Raum – an der Stelle, wo sich einst ein Flaschenzug zur Beförderung von Waren befand – steht nun ein zentrales Treppenmöbel: Der Block aus gebürstetem, schwarz gebeiztem heimischen Fichtenholz birgt dabei nicht nur Schränke, Abstellflächen und eine Hausbar, sondern auch den Aufgang zu den weiteren Ebenen. So wird über den eingeschobenen Monolith unter anderem die private Ebene mit Familienbad, Schlaf- und zweigeschossigem Kinderzimmer sowie das Galeriegeschoss mit Arbeits-, Lese- und Musizierzimmer erreicht. In sämtlichen Räumen wurden die 300 Jahre alten Holzbalken abgebürstet und mit einem Trockeneisverfahren gereinigt, die verstärkenden Stahlträger schwarz grundiert und der Boden mit gebürstetem Eichenparkett ausgelegt. In Kombination mit den hellen Oberflächen der teils selbst entworfenen Möbel ergibt sich eine angenehme und wohnliche Atmosphäre. Über bodentiefe Fensterbänder und südseitige Dachfenster gelangt ausreichend Tageslicht in den 12 m tiefen Grundriss.

Mit dem neuen Statikkonzept, ansprechender Innenraumgestaltung und sehr viel Liebe zum Detail ist aus der eigenwilligen Scheune innerhalb von zwei Jahren ein modernes Refugium geworden, das nicht nur vergangene Geschichten bereithält, sondern auch genügend Raum für neue liefert.

www.coastoffice.de

(Erschienen in CUBE Stuttgart 02|19)

Architekten: Coast Architekten www.coastoffice.de Lichtplanung: Schilli Licht Consult... mehr

Architekten:

Coast Architekten
www.coastoffice.de

Lichtplanung:

Schilli Licht Consult
www.in-licht.de

Zimmerer und Dachdecker:

Fessmann Holzbau
www.fessmann-holzbau.de

Heizung- und Sanitärarbeiten:

TK-Haustechnik
www.tk-haustechnik-weinstadt.de

Elektro:

Elektro Finkbeiner
www.elektro-finkbeiner.de

Stahlbauarbeiten, Stahltreppen:

Deihle Metallbau
www.deihle-metallbau.de

Fensterbauarbeiten (Metall):

Metallbau Bößenecker
www.bmetall.com

Fensterbauarbeiten (Holz):

Schreinerei Schanz
www.schreinerei-schanz.de

Putz- und Stuckarbeiten:

Bernd Kranzler
www.stuckateur-kranzler.de

Maler-/Trockenbauarbeiten:

Slaven Toplak – Trockenbau
www.toplak-trockenbau.de

Schreinerarbeiten:

Schreinerei Gerhard und Jürgen Lell
www.schreinereilell.de
Schreinerei Reizel
www.schreinerei-reizel.de

Estrich, Parkett:

Fussboden Haag
www.fussboden-haag.de

Fotos:

David Franck Photographie
www.davidfranck.de