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Wenn das Holz tanzt

Die Geschichte von den manuell gebogenen Möbeln von Ton

Es ist sechs Uhr morgens. Erfahrene Mitarbeiter nehmen nach einigen Stunden des Bedampfens die... mehr

Es ist sechs Uhr morgens. Erfahrene Mitarbeiter nehmen nach einigen Stunden des Bedampfens die ersten Kanthölzer aus Buche aus dem Ofen heraus. Mit harmonischen Bewegungen, die an die Choreografie eines perfekt eingespielten Tanzensembles erinnern, legen sie die künftigen Möbelstücke aus Buchenholz in eine Metallform und befestigen oben ein enges biegsames Blech, eine sogenannte Gurtplatte. Genauso, wie es sechs Generationen vor ihnen getan haben. Mit starken Händen, aber auch mit viel Gefühl.

„Das Verfahren hat sich im Laufe der mehr als einhundertfünfzig Jahre nicht verändert, diese Arbeit schafft nämlich keine Maschine. Das Holz als lebendiges Material erfordert bei der Verarbeitung einen individuellen Zugang. Es dauert Jahre, bis man das Holz versteht und richtig wahrnimmt“, erklärt der Marketingdirektor von Ton, Jan Juza. Nach dem Biegen kommt das Holz in die Trockenkammer, wo es zwei Tage lang getrocknet und anschließend noch mehrere Wochen klimatisiert wird. „Die Technologie ermöglicht, dass das Holz natürlich seine Struktur ändert und nach dem Trocknen besonders fest wird. Vereinfacht gesagt – das Holz verhält sich so, als ob es in der neuen Form gewachsen wäre. So bestehen diese Holzmöbel auch anspruchsvollen Festigkeitsprüfungen“, fügt Juza hinzu.

Die so vorbereiteten Teile werden dann gebeizt, zusammengebaut und lackiert. Je nach Kundenwunsch ist auch eine Polsterung möglich. Ein Stuhl wird vor dem Verpacken mindestens dreißig Mal von unseren Mitarbeitern kontrolliert. „Wir halten die Tradition hoch, aber es macht uns auch Spaß, mit Designern zusammenzuarbeiten und die Grenzwerte dieser Technologie auszutesten. Daher verlassen unser Werk nicht nur Modelle mit einer langen Geschichte, wie z. B. der weltbekannte Café-Stuhl Nummer vierzehn, sondern auch Produkte, mit denen wir jüngere Verbrauchergenerationen ansprechen wollen“, fügt Juza hinzu.

Und genau das trifft auf die letzte Neuheit, die von Mulitalent Arik Levy entworfene Kollektion, zu. Als erstes Unternehmen weltweit verwendet Ton den Spaltschnitt bei Massivholz, das in gegenläufige Richtungen gebogen wird, nicht nur als ein Design- sondern auch als zweckmäßiges Element. „Große Erfolge u.a. mit dem Red Dot und Good Design Award haben wir auch beim Armlehnstuhl aus der Kollektion Merano von Alexander Gufler erzielt“, fügt Juza hinzu.

Man möchte gar nicht glauben, welche Erfahrungen sowie Handfertigkeit und wie viel Zeit in der Herstellung eines Stuhls stecken. Dabei verlassen den Betrieb täglich rund 1.600 solcher Stühle. In sechzig Ländern weltweit sind sie eine komfortable Sitzmöglichkeit in Cafés, Restaurants, Hotels sowie Wohnungen und Wohnhäusern.

www.ton.eu/de