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Schloss Heidelberg

Besucherzentrum ist der erste Neubau seit 400 Jahren

Das Schloss Heidelberg zählt zu den bedeutendsten Bauwerken der Renaissance nördlich der Alpen.... mehr
Das Schloss Heidelberg zählt zu den bedeutendsten Bauwerken der Renaissance nördlich der Alpen. Mit über einer Millionen Besucher im Jahr gehört die berühmte Ruine zu den beliebtesten Touristenzielen Deutschlands. Grundsteinlegung des neuen Besucherzentrums - entworfen vom Architekten Max Dudler - war im Sommer 2010, fertiggestellt wurde der Bau Ende 2011.

Im neugebauten Besucherzentrum erhalten die Gäste Informationen für ihren Besuch der Museumsanlage. Das Zentrum ist seit 400 Jahren der erste Neubau auf der Schlossanlage. Der Bau befindet sich außerhalb des alten Wehrrings am Eingangsportal zu Schloss und Garten. Die Architektur fügt sich selbstverständlich in die historische Wehranlage ein: Sie greift Elemente der vorhandenen Gebäude auf und interpretiert diese neu. So verweisen zum Beispiel die über zwei Meter tiefen Laibungen der in den Baukörper eingeschnittenen Fenster auf die Formen der angrenzenden Sattelkammer mit den ebenfalls tief eingeschnittenen, großformatigen Öffnungen. Die breiten Außenwände des Besucherzentrums haben darüber hinaus eine ganz praktische Funktion, sie bergen die Nebenräume und die Treppen. Das Zentrum des Gebäudes bleibt frei, Einbuchtungen bieten Platz für Vitrinen, Regale oder Sitzgelegenheiten.

Im Fassadenbereich kommt der für Heidelberg typische Neckartäler Hartsandstein zum Einsatz. Verbaut wurde die rot-weiß geflammte Varietät in Form von Mauersteinen - mit gesägten Fugenflächen und gespaltenen Sichtflächen. Die Dachflächen und Terrassen wurden mit diamantgeschliffener Oberfläche, die Pflastersteine im Umgriff des Gebäudes mit kugelgestrahlter Oberfläche und gespaltenen Fugenflächen erstellt. Auf diese Weise entstand aus einem nachhaltigen Baustoff ein einzigartiges Gebäude aus Neckartäler Hartsandstein, das - ähnlich dem historischen Schloss Heidelberg - lange überdauern wird.

Die rauen Steine sind zu einer monolithisch wirkenden Mauer gefügt, deren Fugen auf ein Mindestmaß reduziert sind. Das Mauerdetail ist eine zeitgenössische Interpretation des von Hand behauenen Bruchsteinmauerwerks der historischen Stützmauer. Die äußeren Oberflächen des Besucherzentrums zeigen viel Relief, die inneren hingegen sind glatt. Die großen Glasflächen der Fenster sind bündig in die weiß verputzen Wände eingelassen, ebenso die Lichtfelder in den weiß verputzten Decken. Der Bodenbelag besteht aus einem hellblauen, geschliffenen Terrazzo. Alle festen Einbauten in den Einbuchtungen sind aus Kirschholz gefertigt, ebenso alle Türen und sonstigen Ausstattungsgegenstände. Ein räumliches Leitsystem trägt dem hohen Publikumsverkehr Rechnung: Die Besucher werden von der Eingangshalle zunächst zum museumsdidaktischen Raum geleitet. Von dort aus geht es auf die Dachterrasse mit erhöhtem Blick auf das Schloss und zurück über die Außentreppe auf der Rückseite.

www.maxdudler.com

Neckartäler Hartsandstein
Beim Neckartäler Hartsandstein handelt es sich geologisch gesehen um einen Sandstein des unteren Buntsandsteins (Alter rund 250 Millionen Jahre) mit überdurchschnittlich guten technischen Eigenschaften. Er ist uneingeschränkt für den Einsatz im Innen- und Außenbereich geeignet.
www.natursteinverband.de
Architekten Max Dudler www.maxdudler.com Fotos Stefan Müller  mehr

Architekten

Max Dudler
www.maxdudler.com

Fotos

Stefan Müller