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Name ist Programm

Bewegungskindergarten „Mobile“

Heute weiß man, dass sich Lernprozesse im Kindesalter über Bewegung und Wahrnehmung sowie über... mehr
Heute weiß man, dass sich Lernprozesse im Kindesalter über Bewegung und Wahrnehmung sowie über konkretes Handeln und den Einsatz der Sinne entwickeln. Auch die Entfaltung kognitiver Fähigkeiten sowie von Kommunikation und Sprache, werden über das Zusammenspiel von Bewegung und Wahrnehmung gefördert, bevor sich der Mensch erst im Jugendalter mit rein geistigen Anforderungen auseinandersetzen kann.

Deshalb schlugen Herrmann + Bosch Architekten schon im Entwurf einen Kindergarten mit extra Räumlichkeiten für Bewegung und einem kleinen Familienzentrum vor. Heute beherbergt der Kindergarten in Sachsenheim bei Stuttgart drei Krippengruppen sowie drei Gruppen für Drei- bis Sechsjährige. Sehr schön erkennt man im Grundriss ein zentrales Atrium – das „Grüne Zimmer“. Diese gemeinschaftsbildende Mitte schafft einen belichteten Orientierungspunkt für die klar gegliederten Nutzungsbereiche. Angelagert an diesen verglasten Luftraum ist die Haupterschließungstreppe, die die beiden Ebenen räumlich und optisch miteinander verbindet – das Erdgeschoss mit Kindergarten, Gemeinschaftsbereich, Verwaltung und Familienzentrum mit dem geschützten Kleinkindbereich im Obergeschoss. Die um das Atrium und den bespielbaren Kern herumführenden Erschließungswege werden durch räumliche Gliederung und vielfältige Blickbeziehungen zu erlebnisreichen, lichten Spiel- und Bewegungsflächen.

Die Architekten haben mit ihrer Planung von schottenartig aufgestellten, raumhohen Holzprofilen die Möglichkeiten geschaffen, dass sich Flurtrennwände und Fassaden der Gruppen- und Therapieräume in Nischen und Einbauten unterschiedlicher Formate gestalten lassen. Podestartige Einbauten unterschiedlicher Niveaus mit Treppen, Stufen und Rampen bieten in einigen Räumen phantasievolle Bewegungs- und Spiel-angebote. Im Erdgeschoss entstehen durch den Zusammenschluss von Mehrzweckraum, Essbereich, Foyer und „Grünem Zimmer“ eine große Aktionsfläche, die für Veranstaltungen genutzt werden kann. Aufgrund der gewählten Bauweise mit Brettsperrholzelementen zeigten die Planer, dass sie den Kindern auch das Erlebbarmachen des Werkstoffes Holz ermöglichen wollten. Während man im Innenbereich natürlich belassene Wandoberflächen erkennt, zeigt sich an der Fassade naturbelassene Lamellen aus Lärchenholz. Durch sichtbare Schwindfugen, Astbilder und Astlöcher erkennen die Kinder das Material Holz und ihre Phantasie wird somit angeregt. Aufgrund der stärkeren Holzprofile, zum Beispiel in den Wänden, sind den erforderlichen Brandschutzanforderungen Genüge getan. Eine sehr kurze Montagezeit für die tragenden Brettsperrholzelemente konnte durch einen extrem hohen Vorfertigungsgrad erreicht werden. Über 650 m2 Brettsperrholz­elemente wurden so Just-in-Time mit 22 Transporten auf die Baustelle geliefert.

www.herrmann-bosch.de
Architekten: Herrmann + Bosch Architekten www.herrmann-bosch.de Fotos: Ralf Dieter... mehr

Architekten:

Herrmann + Bosch Architekten
www.herrmann-bosch.de

Fotos:

Ralf Dieter Bischoff
www.ralfdieterbischoff.de