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Living Walls

Die Natur zieht in die Senkrechte

Das Bedürfnis der Menschen sich mit Grün und Natur zu umgeben, steigt, während der Platz im... mehr
Das Bedürfnis der Menschen sich mit Grün und Natur zu umgeben, steigt, während der Platz im ebenerdigen Bereich zugleich abnimmt. Eine kreative Möglichkeit dieses „Problem“ zu lösen, liegt in der Konzeption vertikaler Gärten, die immer mehr zum Trend werden. Denn wo einst lediglich Kletter- und Schlingpflanzen Wände bedeckten, werden heute ganze Gartenbereiche in die Senkrechte verlegt.

Gerade in Städten mit wenig Platz für Grünflächen ist dies eine interessante Lösung. So lassen sich ganze Hauswände begrünen und die Natur in die Architektur moderner Gebäude wirkungsvoll miteinbeziehen. Und das sieht nicht nur gut aus, sondern sorgt auch für mehr Lebensqualität. Schließlich filtern vertikale Gärten in der Stadt die Luft von Abgasen und CO2 und tragen darüber hinaus zu einer Erhöhung der Luftfeuchte und -kühlung im Sommer bei.

Dabei lässt sich die Gartenanlage nicht nur auf den Außenbereich eines Hauses beschränken. Auch im Inneren eines Gebäudes kann ein vertikaler Garten eine gelungene Alternative zu Tapete und Anstrich sein. Ob Farnteppich im Wohnzimmer oder eine leicht erreichbare Kräuterwand in der Küche – in jedem Fall sorgt alleine schon der Anblick des beruhigenden Grüns für Entspannung. Darüber hinaus trägt der Wandgarten – gerade bei großen Anpflanzungen – zu einer Verbesserung der Akustik bei, indem vorhandener Hall oder Störgeräusche minimiert werden. Und auch das Raumklima verbessert sich. Schließlich geben die Blätter Feuchtigkeit ab und beugen so der trockenen Raumluft in den beheizten Wintermonaten vor. Zugleich helfen Pflanzenwände Heizkosten zu senken, da sich durch die Erhöhung der Luftfeuchte der Mensch auch bei abgesenkten Raumtemperaturen von 1 bis 3 Grad wohl fühlt, was letztendlich eine erhebliche Kostenreduktion bedeutet.

Doch wie lassen sich Wandgärten in der Wohnung eigentlich realisieren? Das Prinzip ist recht einfach. Anders als bei der herkömmlichen Wand­begrünung draußen, bei der zum Beispiel Efeu oder Wein eine Wand empor ranken, besteht ein Wandgarten aus einer Vielzahl von Pflanzen, die über- und nebeneinander angebracht werden. Erste Voraussetzung ist natürlich eine geeignete Wandkonstruktion sowie eine wasserdichte Dämmschicht, bevor mit der Anbringung der gewünschten Pflanzenpracht begonnen werden kann. Dabei stehen von mit Erde gefüllten Textiltaschen, gestapelten Kästen oder bildähnlichen Fertigmodulen mit Substrat und Steinwolle die unterschiedlichsten Bepflanzungssysteme zur Verfügung. Doch so unterschiedlich die Systeme auch sind, den meisten ist ein zu befüllender Wasserspeicher bzw. ein direkter Wasseranschluss, der mehrmals täglich geöffnet wird, gemeinsam. Eine besonders einfache Lösung bietet zum Beispiel das Pflanzsystem Green Wall. Statt aufwendiger Montage werden die Pflanzgefäße einfach in einen Gitterrahmen eingehängt.

Dank des integrierten Wasserreservoirs in jedem einzelnen Gefäß wird die Versorgung der Pflanzen bei kurzzeitigem Einsatz ohne weitere Bewässerungsmaßnahmen sichergestellt. Bei permanenter Installation erfolgt die Versorgung der Pflanzen mit Wasser und Nährstoffen entweder manuell oder über ein einfach zu installierendes Bewässerungssystem.
 
Um lange Freude an seinem Wandgarten zu haben, ist nicht nur die Berücksichtigung der Lichtsituation wichtig, sondern auch eine regelmäßige Wartung und Pflege. Dazu gehört neben der Reinigung des Systems, Pflanzenschnitte, Schädlingskontrolle auch der Austausch verkümmerter Exemplare. Ein Aufwand, der sich in jedem Fall lohnt.
Fotografie Ruof www.ruof-raumbegrünung.de mehr