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Kompakt und doch großzügig

Niedrigstenergiehaus mit Penthouse für ein Mehrgenerationenwohnen

Klar und zeitgemäß, aber nicht modisch – so sollte der Baukörper des viergeschossigen Wohnhauses... mehr

Klar und zeitgemäß, aber nicht modisch – so sollte der Baukörper des viergeschossigen Wohnhauses mit Penthouse gestaltet sein. Werthaltig, aber nicht luxuriös. Um die maximale Wohnfläche zu erzielen war es wesentlich, das Grundstück optimal zu nutzen und die Erschließung effizient umzusetzen. Diesen Grundsätzen folgen Architektur und Design. Offenheit vermitteln zur Nachbarschaft sollten sowohl das Gebäude selbst als auch die Außenanlagen. So fördern beispielsweise Bänke aus Sichtbeton entlang der Grundstücksgrenze als Sitzgelegenheit den Austausch zwischen den Bewohnern und ihren Nachbarn. Hier fand schon so manches spontane Fest statt und man hilft sich gegenseitig. Offen sind auch die Terrassen und Balkone in Richtung Naturraum – Fernblick in die Weinberge inklusive. Für 90 Prozent der befestigten Freiflächen wurden Sickerpflaster und Rasengittersteine verwendet, damit Regenwasser direkt versickern kann und das Abwassernetz entlastet wird. Neben dem Baugrundstück befindet sich eine Wiese, die ebenfalls der Bauherrenfamilie gehört und bebaut werden dürfte. Stattdessen pflanzte die Familie neun unterschiedliche Bäume und entschied sich damit für eine vorbildliche ökologische Ausgleichsmaßnahme gegen das Bienensterben und für die Reinhaltung der Luft.
Die Architektin Daniela Resch setzte den Anspruch des Bauherrn an Langlebigkeit und eine ökologische Bauweise mit einem massiven Mauerwerk aus Wärmedämmziegeln um. Dadurch konnte auf ein Wärmedämmverbundsystem verzichtet werden. Im Gegensatz zur Strenge des Baukörpers sind die bodentiefen Fenster mit Glasbrüstungen in lockerem Rhythmus angeordnet. Trotz des kompakten Baukörpers sind die Wohnungen hell, großzügig und komfortabel. Sieben unterschiedlich große Wohneinheiten mit gehobenem Standard werden an Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen wie Singles und Familien vermietet. Eiche-Echtholzparkett und Naturstein im Innenausbau wurden sowohl aus materialästhetischen und auch aus ökologischen Gründen gewählt. Über den Aufzug sind alle Wohnungen barrierefrei zugänglich. Das Treppenhaus ist durch ein Oberlicht und Fenster großzügig belichtet. Der Eingang wird durch ein Glasdach als Nurglaskonstruktion mit integrierter LED-Kantenbeleuchtung betont. Als besonderen Service richtete die Architektin eine große Postbox ein, die Sendungen jederzeit „annimmt“ – auch wenn man nicht zu Hause ist. Diese Komfortlösung macht die Bewohner unabhängig von Zustellzeiten.

Die gesamte Allgemeinbeleuchtung für die Tiefgarage und den Außenbereich ist mit energiesparenden LEDs umgesetzt. Das energetische Konzept beinhaltet eine Wärmepumpenanlage, die über Fernwartung energieoptimiert eingestellt werden kann, zudem sind alle Anschlüsse für die Solarkollektoren auf dem Flachdach zur späteren Installation vorinstalliert. Es handelt sich um ein Niedrigstenergiehaus, das auch mit der Grundstücksressource sehr sparsam umgeht. Das Gebäude wurde vom Umweltministerium Baden-Württemberg für den Energieeffizienzpreis 2019 nominiert.

www.danielaresch.de


Fotos:

Jürgen Pollak
www.juergenpollak.de

(Erschienen in CUBE Stuttgart 02|19)