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Innere Werte neu entdeckt

Das revitalisierte Bilmahaus am Cityring besticht durch Transparenz und Effizienz

Als Stuttgarter Landmark hatte das Verlagshaus von Reader’s Digest „Das Beste“ seine besten Jahre... mehr
Als Stuttgarter Landmark hatte das Verlagshaus von Reader’s Digest „Das Beste“ seine besten Jahre bereits hinter sich gelassen. Ein umfangreiches Revitalisierungskonzept sollte den Dornröschenschlaf des Gebäudes – Baujahr 1978 – beenden. Wie im Märchen, so fand sich auch im Inneren die wahre Schönheit: Die bestehende Tragwerkskonstruktion entpuppte sich als echtes Kleinod – und unverhofftes Glück für den Bauherrn.

Das an der Paulinenstraße, Ecke Augustenstraße gelegene, schon bei der Einfahrt in die City weithin sichtbare Gebäude zeichnete sich durch seine vollkommen stützenlos ausgeführten Geschosse aus. Die Deckenplatten kragen im Hochhaus weit über den Mittelkern hinaus, werden von einem mächtigen Tragrost aus Stahlbetonunterzügen getragen. Was allein aus wirtschaftlichen Erwägungen heute nicht mehr gebaut werden kann, sollte nicht länger als „versteckte Qualität“ verdeckt werden. Das Büro pinkarchitektur aus Düsseldorf entschied sich dafür, die innere Tragstruktur an der äußeren Fassade deutlich ablesbar und zum Gestaltungsmerkmal zu machen. Sowohl Fassade, Innenausbau als auch Haustechnik des vorhandenen Flach- und Hochbaus wurden bis auf den Rohbau zurückgebaut. Um die neuen Nutzungsanforderungen zu erfüllen, konnten die obersten beiden Technikgeschosse (9. und 10. OG) des Hochhauses komplett entfernt und durch neue Bürogeschosse ersetzt werden. Auf den Flachbauten wurde das oberste Technik- bzw. das Kantinengeschoss (5. bzw. 6. OG) komplett abgetragen und durch ein zurückspringendes Staffelbürogeschoss erneuert. Die Technik konnte durch ein dezentrales System ersetzt und teils in den Untergeschossen verborgen werden. Mit der dreistufigen Höhengestaltung wurden für den Gebäudekomplex zudem zwei attraktive Dachterrassen auf den Flachbauten gewonnen.

Im Rahmen der weitreichenden Bestandssanierung wurde eine neue, energieeffiziente Fassade als elementierte Aluminium-Rahmenkonstruktion errichtet. Horizontale Fensterbänder bestimmen ihr expressives Erscheinungsbild. Um der Fassadenhaut plastische Tiefe und Kontrast zu verleihen, wurde in unterschiedlichen Farbnuancen gearbeitet: Die hintere Fassadenebene ist in mattem Dunkelanthrazit gehalten, die vordere in hell reflektierendem Naturaluminium. Die natürliche Lüftung des Gebäudes ist durch Öffnungsflügel in der Glasfassade gewährleistet – in jeder zweiten Fassadenachse sind Kastenfenster integriert, um die Schallimmissionen zu reduzieren. Durch gezielte Eingriffe in den Rohbau und das Versetzen einiger Stützen im Flachbau können die vormaligen Grundrisse der Gebäude effektiv organisiert werden. Nachhaltig war die Revitalisierung außerdem: Das Bilmahaus wurde von der DGNB mit Silber zertifiziert. Damit ist das Haus wieder das, was es einmal war: „das Beste“.

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