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Gelungenes Experiment

Kleines Haus in Esslingens Höhenlage

Die Höhenlagen um Stuttgart sind sehr begehrt und deshalb ist bezahlbarer Baugrund dort extrem... mehr

Die Höhenlagen um Stuttgart sind sehr begehrt und deshalb ist bezahlbarer Baugrund dort extrem rar. Thomas Finckh, der gemeinsam mit seinem Vater und Bruder ein Architekturbüro in Stuttgart betreibt, hatte aber doch ein recht günstiges Angebot für ein Baugrundstück hoch über der Stadt Esslingen, in einer ruhigen Siedlung am Südhang gelegen, gefunden. Der Haken an diesem Angebot war ein sehr schmales Grundstück. Die angepriesene Parzelle war nur 4,70 m breit, dazu eine sehr steile Schneise zwischen zwei Wohnhäusern, die bisher als Zufahrtsstraße genutzt wurde und als unbebaubar galt. Die konstruktive Lösung für dieses Einfamilienhaus war eine Tragstruktur aus filigranen Sichtbetonscheiben, die die Räume gliedern und dünne, vorgehängte Hochleistungsfassaden aus Polycarbonat, ein hartes, schlag- und säurefestes, steifes aber lichtdurchlässiges Material. „Die 6 cm starken Polycarbonatplatten haben einen Wärmedämmwert wie ein gutes Dreischeibenglas, halten mindestens 25 Jahre und bringen viel Tageslicht ins Innere des Hauses“, so der Architekt. Man kennt dieses Material im Bau­wesen seit Langem in Form von Gewächshäusern, immer öfter auch bei Werks- und Lagerhallen mit weiß-opake oder auch eingefärbten Fassaden aus PC-Lichtbauelementen. Polycarbonatplatten sind elastisch und nahezu unzerbrechlich und sind leicht zu bearbeiten. Mit werkstattüblichen Mitteln können die Platten geschnitten, gesägt, gefräst, gebohrt und gebogen werden, ohne dass Bruchgefahr besteht. Aufgrund der dünnen, transluzenten Wände an den Längsseiten erhielt man eine maximale, lichte Innenraumbreite von 4,58 m und konnte sich zudem den kostspieligen Einbau von Fenstern sparen. Dafür öffnen sich die Stirnseiten mit raumhohen Glasfassaden mit Weitblick über das Neckartal zur Schwäbischen Alb oder zum Grün des Gartens. Die transparente Wärmedämmfassade (TWD) erwärmt und belichtet den Innenraum auf natürliche Weise und gewährleistet Privatheit gegenüber den Nachbarn. Dieses Wechselspiel zwischen Konstruktion und Hülle, zwischen offenen und geschlossenen sowie transparenten und transluzenten Flächen prägt das Innere und schafft Raum. In einer zunächst sehr schwierigen Situation haben die Architekten an dieser Stelle mit Mut und großer Materialkenntnis ein Experiment gewagt und perfekt umgesetzt.

www.finckharchitekten.de

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Architekten:

Finckh-Architekten
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Fotos:

Finckh-Architekten

Elektro:

Elektro Broneske
www.elektro-broneske.de

Heizung/Sanitär:

Bucher Gmbh

Glaser:

Hinz+Salzmann

Rodeca Fassade:

Robert Bayer

Schlosser:

Martin Ferencz

Türen/Schreiner:

Salzmann
www.schreinerei-salzmann.de

Estrich:

Fussboden Haag
www.fussboden-haag.de

Maler:

Maler Kauderer Gmbh+Co.kg

Möbel Schreiner:

Widmann
www.schreinerei-widmann.de