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Es ist gelandet!

Futuristische Dachaufstockung im Stuttgarter Süden

Um das neue „Ufo“, wie die Bewohner des Lehenviertels die neue Dachaufstockung nennen, zu... mehr

Um das neue „Ufo“, wie die Bewohner des Lehenviertels die neue Dachaufstockung nennen, zu erkennen, muss sich der Betrachter weit zurücklehnen, denn es befindet sich auf der Dachfläche eines Gründerzeithauses. Dann aber fallen einem eine futuristisch anmutende S-Form und eine strahlend weiße, homogene Oberfläche ins Auge. Der Kontrast zwischen dem Altbau und dieser neuen Form könnte größer nicht sein.

Eine Dachaufstockung auf einem historischen Altbau mitten in der Stadt ist immer wieder ein Experiment und damit eine hohe Herausforderung. Hier existieren besonders hohe Bauauflagen bezogen auf Statik, Brandschutz und in diesem Fall auch Denkmalschutz sowie weitere Gestaltungsauflagen.

In der Immenhofer Straße 40, heute eine der szenigen Regionen Stuttgarts, brannte das ursprüngliche Steildach infolge der Luftangriffe Ende des Zweiten Weltkrieges ab. Da das provisorische Notdach im Laufe der Zeit aber ebenfalls keine Dichtigkeit mehr gewährleistete, entschlossen sich die Eigentümer, die Dachfläche, anstelle einer kostenaufwändigen Reparatur, zu veräußern. Als Herausforderung erkannte der Tübinger Architekt Florian Danner den bewussten Umgang mit der bestehenden Bausubstanz, indem er das neue Geschoss vom Stil der Gründerzeit absetzte und mit Blick auf die Details elegant und anspruchsvoll umsetzte. Die Kernidee des Entwurfs stellt eine hyperbolisch geformte Schale dar, welche die Funktionen von Dach, Wand und Boden in einer leichten Weise in sich vereint. Die entstandene Muschelform birgt das archetypische Bild der Behausung. Um diese Form der Metapher weiter zu unterstreichen, hat sich der Architekt entsprechenden Materialien bedient. Schräge Wand- und Glasflächen, weitläufige Räume ohne eingrenzende Trennwände, sichtbare graue Stahlträger, weiße Einbau- und Küchenmöbel sowie ein heller Kalksteinboden prägen diesen Enwurf.

Die skulpturale Form des Gebäudeaufbaus lässt die Grenzen zwischen Architektur und Design fließend erscheinen. Gleichzeitig gab es die Forderung des Bauherrn nach zwei ca. 100 m² großen Eigentumswohnungen. Um die freie Formensprache der Gebäudehülle typologisch zu unterstützen, wurden die Grundrisse als fließende Wohnbereiche definiert, sodass pro Wohnung jeweils ein Arbeitszimmer und die entsprechenden Sanitärbereiche vom Wohnbereich abgetrennt wurden. An diesem Bauvorhaben kann man erkennen, dass die Architekten auf einem neuen Weg der Dachaufstockung nicht zwangsweise den baurechtlichen Bedürfnissen entgegenstehen mussten. Diese Form der Gestaltung bereichert den Stadtraum und interpretiert die Bezeichnung „Dach“, außerhalb der bereits bekannten Walm-, Flach- oder Satteldächer, die inzwischen überholt sind, neu.

www.dy-architekten.de

Architektur: Danner Yildiz Architekten www.dy-architekten.de Fotos: Dominik Hatt... mehr

Architektur:

Danner Yildiz Architekten
www.dy-architekten.de

Fotos:

Dominik Hatt
www.dominikhatt.com