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Es funkelt im Kurpark

Umbau und Erweiterung des Cannstatter Kursaals

Das denkmalgeschützte, historische Kursaalensemble in Bad Cannstatt ist ein klassizistisches... mehr
Das denkmalgeschützte, historische Kursaalensemble in Bad Cannstatt ist ein klassizistisches Juwel in einer Großstadt, die leider nicht mehr viel wertvolle, historische Bausubstanz aufweisen kann. Zwischen 1825 und 1841 von Nikolaus von Thouret erbaut, als langgestreckter, eingeschossiger Saalbau, gekennzeichnet durch eine strenge Lisenenarchitektur. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden der Kleine Kursaal, sowie Anbauten für Küche und Künstlergarderobe realisiert. In den 1970er-Jahren hat man zur besseren Erschließung der beiden Gebäudeflügel ein zentrales, zweigeschossiges Eingangsbauwerk, jedoch ohne Öffnung zur rückwärtigen Kurparkseite, ergänzt. Der durch einen Bombentreffer schwer beschädigte Saal wurde in den 1950er-Jahren mit einfachen Mitteln wieder aufgebaut und dann über fünf Jahrzehnte nicht verändert. Nun hat die Architektenpartnerschaft Eckert Manthos Tagwerker Bauhofer aus Stuttgart mit viel Sachverstand für das Thema Denkmalschutz die dringend notwendige bauliche und technische Modernisierung übernommen. Während sich die Kursaalanlage heute in den Kleinen Saal mit Foyer und Brunnenhof und den Kleinen Saal mit Restaurantbereich samt Biergarten teilt, waren der Große Saal mit dem Foyergebäude die dringlichsten Aufgaben für die Architekten. Ausgangspunkt aller Planungsschritte war die Flexibilisierung des Großen Saals mit dem Ziel, Veranstaltern und Vereinen Raumkombinationen unterschiedlicher Kapazität auch für eine Durchführung von Parallelveranstaltungen anbieten zu können. Die Architekten haben den Saal zunächst mit zwei Trennwandanlagen, die jeweils in den Pfeilerachsen der Mittelrisalite angeordnet sind, geteilt, sodass sich zwei gleich große Saalabschnitte mit 230 m2 und ein kleinerer Abschnitt mit 150 m2 ergeben. Während der große Saalbau komplett entkernt und umgebaut wurde, haben die Architekten dem Saalbau auf der Seite des Brunnenhofs eine neue, kompakte Verteilerzone in Form eines glasgedeckten „Wandelgangs“ angefügt. Der Betrachter erkennt eine außenliegende Raumspange aus geschlossenen, dunklen Kuben, die nun die Verteilerküche sowie Künstlergarderoben beherbergt. Um den Saal und den Brunnenhof räumlich und funktional miteinander zu verbinden und die spannenden Blickbeziehungen durch die verglasten Rundbögen zu erhalten, wurde die Vorfläche des östlichen Mittelrisalits freigestellt. Das Foyer aus den 1970er-Jahren mit seiner zeittypischen Formensprache mit abgeschrägten Ecken und Kanten, Pflanzentrögen und schweren Betonkonstruktionen haben die Architekten in eine klare und helle Raumwirkung übersetzt. Auch der Abbruch der Rückwand und die Öffnung des Raumes zum östlichen Kurpark, sowie die neue großzügige Treppenanlage bewirken eine fließende Raumabfolge zwischen den halbversetzten Geschossebenen.

www.ag-emt.de
Architekten: EMT Architektenpartnerschaft mbB Eckert Manthos Tagwerker Bauhofer... mehr

Architekten:

EMT Architektenpartnerschaft mbB
Eckert Manthos Tagwerker Bauhofer www.ag-emt.de

Fotos:

Christian Kandzia