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Eine Sommerwiese auf dem Dach

Haus L verschmilzt mit seiner Umgebung

Das Grundstück, auf dem sich der von 2004 bis 2008 erbaute Bungalow befindet, bezieht seine... mehr
Das Grundstück, auf dem sich der von 2004 bis 2008 erbaute Bungalow befindet, bezieht seine Qualitäten aus der Topografie und seiner Weitläufigkeit, weniger aus einem Panoramablick. Auf diese Situation wird mit einem ambivalenten Konzept, das sowohl landschaftsbezogene Ausblicke als auch introvertierte Höfe anbietet, reagiert. Der flache Baukörper thematisiert die Topografie. Da das bauliche Umfeld heterogen ist und keine Anpassung an bestehende Bauformen oder Typologien rechtfertigt, wird Haus L zu einem eigenen, in sich selber strukturierten und aus dem Programm generierten, ambivalenten Typus.

Den Bauherrn wurde eine Raumstruktur angeboten, eine Art Matrix, aus der sie ihre individuelle Variante entwickeln konnten, die mit hohem Nutzwert und atmosphärischer Vielfalt verbunden ist. Die Programmbereiche sind in einzelne Bauteile gegliedert, welche gleichwohl auf einem klar definierten Baufeld zusammengefügt sind. Die Vielfalt und die Möglichkeiten eines fließenden Raumkontinuums entstehen durch sich ständig ändernde Durchblicke, Innen- und Außenbezüge und versetzte Ebenen. Genauso aber funktionieren die Programmbereiche als in sich abgeschlossene Einheiten. Von der Erschließungsstraße aus nimmt sich das Bauvolumen stark zurück, übernimmt gleichwohl im Sinne der Ambivalenz eine städtebauliche Vermittlung zwischen der zwei-reihigen, kleinteiligen Wohnbebauung im Süden und dem vorerst allein stehenden, großmaßstäblicheren Wohnhaus im Norden. Jeder Bereich im Bungalow besitzt einen introvertierten Lichthof, der von Einblicken und vom Wetter geschützte Aufenthaltsqualitäten bietet. Die großen, beweglichen Torfelder ermöglichen dabei variabel gestaltete Privatsphäre bzw. einem dem Sonnen­stand angepassten Schutz. Auf diese Weise entsteht ein reizvolles Spiel zwischen partiellen Durchblick, Licht und Schatten. Die Art des Einschnittes in den Hang und die Öffnungen der Höfe zum Hang machen die Topografie erlebbar, geben somit ein Maß der „Privatheit“ oder „Öffentlichkeit“.

Materialität und „Farbkonzept“ bekommen dabei eine herausragende Bedeutung: Der hellgraue, nahezu weiß gestrichene mineralische Feinputz reflektiert im Laufe der Jahres- und Tageszeiten das ganze Farblichtspektrum von warm bis kalt und taucht den Raum in immer neue Stimmungen. Die Entscheidung, ganzheitlich alle Oberflächen in Putz zu gestalten, bewirkt einerseits die hierzu notwendige Neutralität im Material, und trägt andererseits dazu bei, das Gebäude als homogene, bewohnbare Lichtskulptur zu erleben.

Die Dachflächen sind extensiv mit einer Sedum-Kräuter-Vegetation begrünt, welche die Natur der umliegenden Wiese eindrucksvoll aufnimmt. Durch diesen Kniff wurde dem Wunsch des Bauherrn entsprochen, ein Haus zu schaffen, das aus der Vogelperspektive nicht zu sehen ist, sondern mit seiner Umgebung zu einer Einheit verschmilzt. Dabei erfolgte der Gründachaufbau in einer mehrschichtigen Bauweise. Auf die Dränageplatte folgt das Filtervlies, das Dachsubstrat und schließlich die Ansaat. Das Resultat: Eine Dachbegrünung, die nicht nur schön aussieht, sondern auch vielfachen Nutzen bietet und sogar Geld spart. So schützt das Gründach die Dachabdichtung vor Extremtemperaturen, Hagel und Witterungseinflüssen und verdoppelt auf diese Weise ihre Lebensdauer. Insgesamt zeichnet den Entwurf – sowohl funktional als auch ästhetisch betrachtet – eine schöne Kombination aus Architektur, Dachbegrünung und Umgebung aus.

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Architekten Titus Bernhard Architekten www.titusbernhardarchitekten.com Fotografie... mehr

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