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Ein schwebendes Dach

Eine traditionelle Gebäudeform modern interpretiert

Geltendes Baurecht kann den Entwurf eines Einfamilienhauses oft stark reglementieren, auch wenn... mehr

Geltendes Baurecht kann den Entwurf eines Einfamilienhauses oft stark reglementieren, auch wenn Denkmal- oder Milieuschutz noch keine Bedeutung haben. So auch für dieses Einfamilienhaus für eine vierköpfige Familie. Hier zeigt es sich, wenn ein Architekt viel Erfahrung im Bauen von Einfamilienhäusern hat und in der Lage ist, Baurichtlinien geschickt zu interpretieren. Das großzügige Grundstück liegt mitten im Zentrum von Ludwigsburg. Aufgrund der Richtlinien im Bauleitplan war die Form und Lage des neuen Gebäudes vorgegeben. Deshalb steht der Baukörper auch mitten auf dem Grundstück, was bedeutet, dass die Gartenflächen leider geteilt werden mussten. Während sich die Terrasse im Erdgeschoss auf der Südseite befindet, muss auch die Erschließung des Gebäudes von der südlichen Grundstücksseite her stattfinden. Die Abgrenzung hat der Architekt durch eine eingestellte Sichtbetonwand und entsprechende Bepflanzung hergestellt. Das ausgesprochen Spannende an diesem Entwurf ist die moderne Interpretation einer traditionellen Hausform mit einem rechteckigen Grundriss und einem 45 Grad Satteldach. Betrachtet man das Gebäude von der Südseite aus, scheint das große Dach auf einer Fuge aus Glas zu schweben. Die grundlegende Idee des Architekten war, das Haus nach außen möglichst homogen, fast monolithisch wirken zu lassen. Die Fassaden- und Dachfarbe wurden aneinander angepasst, sodass sich die dunkle Gebäudehülle möglichst unauffällig in das umgebende Grün einfügt. Die Schale des Baukörpers sollte nur wenige hervortretende Details zeigen. Deshalb wurde auch die Dachrinne in das Dach selbst integriert. Das Innere des Gebäudes zeigt sich dagegen sehr hell und freundlich. Während das Erdgeschoss eine dreiseitige Glas-Schiebefassade erhielt, die ein Durchwohnen zwischen Nord- und Südgarten ermöglicht, kontrastiert der Funktions- und Treppenraum im Kern des Gebäudes mit der transparenten Fassade. Der großzügige, offene Grundriss enthält neben den notwendigen Räumlichkeiten auch einen umfangreichen Wellnessbereich. Zusätzlich haben die Planer noch eine zweite Wohneinheit untergebracht, die die Möglichkeit eines generationenübergreifenden Wohnens bietet oder auch später als Pflegewohnung dienen könnte. Der offene Wohnbereich im Erdgeschoss wird geprägt vom hellen Natursteinboden, der sich auch auf den beiden gegenüberliegenden Terrassen fortsetzt und einen nahtlosen Übergang vom Gebäudeinnern in den Garten herstellt.

www.markusmucha.de

Architekten: Architekturbüro Markus Mucha www.markusmucha.de Fotos: Nikolaus Grünwald mehr

Architekten:

Architekturbüro Markus Mucha
www.markusmucha.de

Fotos:

Nikolaus Grünwald