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Vorbildlich bauen und wohnen

Erste Klimaschutzsiedlung Essens

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Im Essener Süden entsteht oberhalb des Bal­­­deney­­sees die erste Klimaschutzsiedlung der Stadt. Der erste Bauabschnitt mit zehn Miethäusern und 25 Mietwohnungen mit Wohnflächen zwischen 63 und 140 m2 ist bereits fertig gestellt und zu 80 Prozent vermietet. Das Besondere: Die barrierefreien Häuser und Wohnungen entsprechen den höchsten Energiesparanforderungen weltweit. Realisiert wird die Siedlung durch die Allbau AG. Essens größter Wohnungsanbieter verfolgt dabei als Bauherr das vom Land vorgegebene Ziel, die wärmebedingten CO2-Emissionen zu minimieren und einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

2009 hatte die Düsseldorfer Landesregierung Kommunen, Architekten, die Wohnungswirtschaft und Investoren dazu aufgefordert, sich an dem Projekt „100 Klimaschutzsiedlungen in NRW“ zu beteiligen. „Das passt genau zu unserem Leitbild: Durch Innovation und Nachhaltigkeit ein besseres Klima schaffen,“ erklärt Dirk Miklikowski, Vorstand der Allbau AG. Ein Team kompetenter Fachplaner entwickelte für die erste Klimaschutzsiedlung Essens ein Energie­konzept, in dem innovativste Technik zum Einsatz kommt: Solarthermie, eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung, Nutzung von Erdwärme zur Beheizung und Warmwasserbereitung bei den Mehrfamilienhäusern (Geothermie) und hervorragende Dämmkomponenten. Das Archi­tekturbüro Druschke und Grosser, das mit der Planung der Siedlung beauftragt wurde, hat entsprechend kompakte Baukörper mit einem günstigen Verhältnis von Hüllfläche zu Innenvolumen entworfen. „Die ideale Kombination eines optimierten Wärmeschutzes mit einem Wärmedämmverbundsystem reduziert Wärmever­luste der Fassade nicht nur massiv, sondern ermöglicht durch den Solarenergieeintrag die Ausbildung einer Energiegewinnfassade. So öffnet sich die Fassade zur Südseite hin wohingegen auf der Nordseite Fenster- und Glasflächen reduziert wurden“, erklärt Dipl. Ing. Architekt Dirk Druschke. Im Gesamtergebnis lägen die CO2-Emissionen einer Doppelhaushälfte in einer Klimaschutzsiedlung etwa 60 Prozent unter der entsprechenden Referenzvariante nach der heute für Neubauten einzuhaltenden Energieeinsparverordnung 2009.

Alle üblichen Zähler für Strom, Heizung und Warmwasser sind in den Mehrfamilienhäusern elektronisch ablesbar, so dass keine Ablesetermine mehr in den Wohnungen stattfinden müssen. Mithilfe der Daten kann langfristig überprüft werden, in welchem Verhältnis die Verbrauchswerte, die in der Planung nach Normen zugrunde gelegt werden, zu den tatsächlichen Werten aus dem wirklichen Leben stehen.

Klare kubische Formen bestimmen die Architektur der Klimaschutzsiedlung. Durch die Aufnahme von Baukörperproportionen und Maßstäblichkeit fügt sich die Neubebauung in die Umgebung ein und fördert durch eine maßvolle Nachverdichtung die Urbanität. Wie ein farbiger Teppich soll die Fassadengestaltung wirken: die bewusst platzierten Baukörper in den Farben grau (vornehme Zurückhaltung, Neutralität, Ruhe) und gelb (Licht, Lebensfreude, Frische) bilden ein spannendes Farbzusammenspiel, das gleichzeitig Räume definiert und eine Identifikation der Bewohner mit dem Ort schaffen soll. Die große Dämmstärke der Gebäudefassaden wurde genutzt, um schräge Faschen an den Fenstern auszubilden. „Durch die Fassadenkomposition aus französischen Fenstern, schräg verlaufenden Faschen und der wechselnden Farbigkeit entsteht ein lebendiges Spiel im Fassadenrhythmus, das auch der Nordfassade der Passivhäuser mit kleinerer Fensterfläche ein freundliches Gesicht gibt“, so Dipl. Ing. Architektin Bibiana Grosser. Ende 2013 soll der zweite Bauabschnitt mit zwei Maisonettewohungen, 24 barrierefreien Mietwohnungen sowie sieben Doppelhaushälften fertig gestellt werden.
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Fotos

Tomas Riehlewww.tomas-riehle.de