Architektur in Artikel
Kategorie
Themen
Interior in Artikel
Themen
Kategorie
Garten in Artikel
Themen
Kategorie
Spezial in Artikel
Kategorie

SLINKY SPRINGS TO FAME

Brückenkunst in Oberhausen

Im Rahmen der „EmscherKunst.2010“ sollte eine Fußgängerbrücke über den Rhein-Herne-Kanal nach dem... mehr
Im Rahmen der „EmscherKunst.2010“ sollte eine Fußgängerbrücke über den Rhein-Herne-Kanal nach dem Konzept des renommierten Künstlers Tobias Rehberger die Emscher-Insel mit dem Kaisergarten verbinden. Das künstlerische Konzept sah ein farbiges Band vor, das von einer überdimensionalen Spirale umschlungen wird.

Nach ersten Studien wurde schnell klar, dass die Spirale nicht als Tragwerk für diese Brückenskulptur funktionieren kann, sollte sie doch so leicht wie möglich wirken. Um die gewünschte Leichtigkeit der Brückenskulptur zu realisieren, schlug das beauftragte Büro schlaich bergermann und partner das auf das Minimum reduzierte Tragwerk einer Spannbandbrücke vor. Die Spirale konnte dann an die Brücke angeschlossen werden und war somit nicht mehr Teil des Tragwerks, sondern musste nur noch sich selbst tragen.

Zu beachten war darüber hinaus das sensible Umfeld, das ein behutsames Einpassen der Brückenskulptur erforderte. So durfte der unmittelbare Uferbereich entlang des Kanals aus verschiedenen Gründen nicht belastet werden. Die gesamte Fußgängerbrücke wurde mit einer Spirale aus einem Aluminiumhohlprofil umwickelt, das an der Brückenkonstruktion angeschlossen ist. Zur technischen Realisierung der komplexen 3-D-Geometrie der Spirale wurden Einzelsegmente entwickelt, die nach dem Baukastenprinzip zur gewünschten Geometrie kombiniert werden konnten. Das reduzierte Tragwerk der Brücke, das mit der Firma Stahlbau Raulf GmbH realisiert wurde, wirkt zusammen mit den Spiralen von Tobias Rehberger als Gesamtkunstwerk.

Nachts sollte die dunkle Spirale in den Hintergrund treten, der Überbau dagegen sich strahlend und in aller Vielfarbigkeit wahrnehmbar durch den Park schlängeln. Dies führte zur konsequenten Nutzung von LED Leuchten, welche die Firma Insta Elektro GmbH in die Brückenstruktur integrierte. So wurde einer der beiden Handläufe durchgängig über die Bauwerkslänge von 406 Metern mit LED-Linienleuchten bestückt. Die Leuchten in der Lichtfarbe 7.300°K tageslichtweiß sind nahezu unsichtbar montiert und weisen dem Passanten den Weg über den farbigen Boden, dessen Farbbrillanz aufgrund der Leuchten- und Lichtqualität keinerlei Einbußen erfährt.

Wer Slinky Springs To Fame mit Abstand betrachtet, hat den Eindruck, dass die Brücke quasi aus sich selbst heraus leuchtet. 300 Leuchten der besonders lichtstarken Sonderversion der LED-Linienleuchte sind jeweils im Tiefpunkt der Spirale montiert und beleuchten flächig diffus die Unterseite der Brücke. Als Lichtfarbe wurde ebenfalls mit 7.300°K das recht kühle Tageslichtweiß gewählt, um auch an der Unterseite die Vielfarbigkeit des Überbaus brillant abzubilden.

www.sbp.de
Architekt: schlaich, bergermann und partner www.sbp.de Bauherr: Emsiger... mehr

Architekt:

schlaich, bergermann und partner
www.sbp.de

Bauherr:

Emsiger Genossenschaft Lippe Verband
www. eglv.de

Fotos:

Roman Mensing
artoc.de

Gewerke:

Stahlbau Raulf GmbH

Gessamtkunstwerk:

Tobias Rehberger