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Schöner wohnen im Alter

Wie aus einem Gartenzaungespräch unter Nachbarn ein tolles Projekt entstand

Was aus einem Gespräch unter Nachbarn alles so erwachsen kann: Ein Auftrag für einen... mehr

Was aus einem Gespräch unter Nachbarn alles so erwachsen kann: Ein Auftrag für einen Architekten, ein Grundstückstausch und ein Wohnhaus, das seine Bewohner und die Umwelt glücklich macht! Im Essener Stadtteil Heidhausen war der Bauherr besorgt, dass die baumbestandene Grünfläche neben seinem Wohnhaus sich zur Parkplatzerweiterung für den angrenzenden Supermarkt entwickelt und er den Blick ins Grüne verliert. So entstand die Idee, das Grundstück zu erwerben, dort ein seniorengerechtes Wohnhaus zu errichten und auch eine Lösung für den Supermarktparkplatz zu finden, um für alle Beteiligten das beste Ergebnis zu erzielen.

Zu strategischen Besprechungen holte der Architekt Mark Altgassen Bauherren, Nachbarn und Behörden an einen Tisch, um die Möglichkeiten für einen Grundstückstausch auszuloten. Dieser war Voraussetzung für die Umsetzung der Idee und stellte sich als echte Win-Win Situation dar. Nicht nur konnte das geplante Wohngebäude dadurch das „Wäldchen“ als Erholungsfläche nutzen, sondern auch der Supermarkt auf der neuen Fläche mehr und bessere Stellplätze errichten. Nach der Einigung auf einen anteiligen Grundstückstausch erledigte der Architekt die umfangreichen Formalitäten, plante den neuen Parkplatz mit Baumbepflanzung für den Supermarkt und das Wohnhaus.

Das Konzept für seniorengerechtes Wohnen nutzt die spezielle Lage: Die Bewohner könnten in „Schlüffkes“ zum Supermarkt gehen, mit dem Einkaufswagen zurück in den Aufzug und bis in die eigene Küche fahren. Mit zwölf Wohneinheiten ist eine überschaubare Nachbarschaft gewährleistet. Auch eine Arztpraxis befindet sich direkt im Wohnhaus.

Der Entwurf setzt die Idee des „Schöner Wohnen im Alter“ auch gestalterisch um. Der Baukörper besticht durch die klare Sockelausbildung und die Fassadenrhythmisierung durch Putz und Klinker. Feine Details wie der lebendige Wasserstrichklinker, zurückspringende Klinkerreihen und die Grenadierschichten über den Fensteröffnungen in Kombination mit akzentuierten Holzlatten geben dem Gebäude Charakter. Im Inneren sorgt ein durchgängiges Farbkonzept in Orange und Grün in den Treppenhäusern mit gläsernem Aufzug für Orientierung und Identität. Die Wohnungen sind altengerecht schwellenlos und räumlich angepasst zugeschnitten, die großzügigen Balkons sind nach Süden mit Blick in die Natur ausgerichtet.
Die innovative Haustechnik stammt vom Bauherrn selbst, der als Spezialist für die technischen Gewerke diesen Bereich mit seiner Firma ausführte. Erdwärmepumpe und Photovoltaik auf dem Dach versorgen das Gebäude mit Energie. Zusammen mit einer kontrollierten Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung in den Wohnungen erreicht das Haus den hohen Energieeffizienzstandard KfW 55 und ist damit zukunftsfähig.

www.altgassen-architekt.de

Fotos:

Frese Fotografie
www.peter-frese.de

Schmidt Fotografie
www.juergen-schmidt-fotografie.de

(Erschienen in CUBE Ruhrgebiet 03|19)