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Schicht für Schicht ökologisch

Naturnahes Bauen mit Lehm

Auf Lehm kann man bauen. Das wussten die Menschen bereits in vorgeschichtlicher Zeit. Damals war... mehr

Auf Lehm kann man bauen. Das wussten die Menschen bereits in vorgeschichtlicher Zeit. Damals war Lehm in Deutschland neben Holz, Naturstein und später Ziegel, der im Hausbau am meisten verwendete Baustoff für Wände, Fußböden, Gewölbe, Öfen, als Füllmaterial für Decken und als Brandschutz bei Dachdeckungen. Kein Wunder: Lehm war fast überall verfügbar, und mit den landwirtschaftlich gebräuchlichen Mitteln leicht zu transportieren und zu verarbeiten. Seit den 1980er-Jahren lässt sich in Deutschland, wie in vielen anderen europäischen Ländern, eine Rückbesinnung ausmachen auf energiesparendes, ressourcen- und umweltschonendes Bauen mit wiederverwendbaren Baustoffen. Lehm scheint dafür geradezu prädestiniert – ob Schule, Kirche, Sanierung historischer Gebäude oder ein ganz modern gestalteter Neubau.

Für die Wiederentdeckung des Baustoffs Lehm spielte eine Mischung aus Einzelkämpfern, Handwerkern und ideellen Zusammenschlüssen auf regionaler Ebene (v.a. Berlin, Hamburg, Aachen) eine wichtige Rolle. Diese schlossen sich 1992 zum „Dachverband Lehm“ zusammen. Ihr wichtigstes Anliegen: Die Etablierung eines Regelwerks zum Bauen mit Lehm und die Verbesserung der Ausbildung. „Wie kaum ein anderer Baustoff erfüllt Lehm ökologische und baubiologische Anforderungen. Er kann direkt vor Ort aus der Natur entnommen werden, schont Ressourcen und ist beliebig wiederverwertbar“, erklärt der Düsseldorfer Diplom Ingenieur Architekt Stefan Mekus, der sich seit 1992 intensiv mit dem Lehmbau beschäftigt. In der Herstellung benötigt Lehm wenig Energie und ist angenehm zu verarbeiten. Einer der wichtigsten Vorteile: Als Baustoff verbessert Lehm entscheidend das Raumklima. Er nimmt Wasserdampf aus der Luft auf und gibt ihn wieder ab, hält also die Luftfeuchtigkeit in den Räumen auf natürliche Weise konstant. Zudem bietet er durch seine Masse relativ gute Schalldämmung und speichert Wärme. Der Baustoff Lehm ist ein Gemisch aus den Verwitterungsgesteinen Ton und Sand und kann sehr unterschiedlich aufgebaut sein. Als loses Rohmaterial lässt sich Lehm für die verschiedensten Einsatzgebiete aufbereiten. Er kann als Schüttung in Zwischenböden eingebracht werden, als Mörtel oder Putzmischung verarbeitet oder zu Steinen oder Platten geformt werden. Er lässt sich auch erdfeucht zu massiven Wandkonstruktionen stampfen. Eine Vielzahl verschiedener Zusätze wie Stroh- oder Holzhäcksel, Hanffasern oder Hobelspäne sorgen für unterschiedliche Festigkeiten, Elastizität oder wärmedämmende bzw. –speichernde Eigenschaften. Einziger Nachteil: Lehm ist nicht Feuchtigkeitsbeständig, muss also konstruktiv vor Wind und Wetter geschützt werden.

Modernes Bauen mit Lehm hat nichts zu tun mit primitiven Lehmhütten. Mit dem richtigen Fachwissen können aus Lehm und Holz ebenso moderne Gebäude entstehen wie aus Mauerwerk und Beton. Aber immer mit einem ganz besonderen, erdigen Charme. Ein Beispiel hierfür ist das Ecolut-Center in Engelskirchen, bei Düsseldorf und Köln. Architekt Stefan Mekus hat das Tagungszentrum 2008 ganz aus Holz, Lehm und Naturstein gebaut. Highlight ist die ca. 7,20 Meter hohe Stampflehmwand mit zwei integrierten offenen Kaminen: „Gestalterisch wirkt diese Wand wie ein hohes Stück „Erdschnitte“. Es bringt Masse und Atmosphäre ins Gebäude. Geschalt wurde es wie eine Betonwandkonstruktion, allerdings mit noch massiverer Schalung“. Abgesehen von der betonierten Bodenplatte und dem tragenden Kern in der Stampflehmwand ist das Gebäude durch und durch recycelbar.

www.mekus-architekten.de
www.dachverband-lehm.de

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Mekus Architekten
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Fotos

Thomas Koculak
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