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Parkhausarchitektur

Essen – Wenn es das Erbe der Krupp-Kohle-Stadt nicht gäbe

Die Region zählt zu den größten Verdichtungsräumen innerhalb der europäischen Megalopolis und ist... mehr
Die Region zählt zu den größten Verdichtungsräumen innerhalb der europäischen Megalopolis und ist somit der größte Ballungsraum in Deutschland. Allein in der Stadt Essen gibt es 3.227 Straßen mit einer Gesamtlänge von 1.595 km. Abertausende Fahrzeuge sind täglich darauf unterwegs und machen es zur Herausforderung, schnell und stressfrei einen Parkplatz zu finden. Dabei soll das neue, im Jahr 2009 fertiggestellte Parkleit-Stadtinfosystem helfen. Die Stadt hat ausgerechnet, dass dadurch täglich bis zu 6.300 km vermieden werden, mit den entsprechenden positiven Effekten bei der Schadstoffbelastung und den Unfallzahlen. Steht man an entsprechender Stelle doch im Stau, fällt auf, viele Gebäude zeugen von ihrer schwerindustriellen Vergangenheit wie etwa das UNESCO-Weltkulturerbe Zeche Zollverein oder das Colosseum Theater sowie das heutige Ikea Gebäude. Das Colosseum, jetzt eine denkmalgeschützte Industrie- und Veranstaltungshalle, ist die ehemalige 8. Mechanische Werkstatt der Friedrich Krupp AG und beherbergt überdies ein Parkhaus. Viel Stellfläche wird mit gut 260 Plätzen nicht offeriert, aber dafür bietet sich flankierend zum Colosseum das Ikea-Parkgebäude mit über 2.400 Stellplätzen an. Beide Gebäude sind die einzigen erhaltenen Werkshallen der ehemaligen Krupp-Stadt.

Soll es etwas moderner sein, empfiehlt sich der Parkbau am Limbecker Platz. Die Fassade wurde vom Architekturbüro Henn aus München entworfen und gilt als Inspiration zum Film „Das verflixte 7. Jahr“. Wie das Kleid Marilyn Monroes, das durch die Abluft eines U-Bahn-Schachts aufgewirbelt wird, hebt sich auch die Fassade des Neubaus an den funktional wichtigen Abschnitten. In die Metallfassade wurden linsenförmige Pailletten aus aluminiumbedampften Spiegeln mit integrierten LEDs eingelassen. Während sie tagsüber ihre Umgebung widerspiegeln, leuchten die Halbkugeln nachts in unterschiedlichen Farben. Sonst wird es mit einer ansprechenden regionalen Parkhauskultur schwierig. Erst, wenn man den Blick etwas weiter nach Bochum, genauer zum Bermudadreieck wendet, wird man wieder fündig. Dort steht ein Parkhaus mitten im zentralen Ausgehviertel der Stadt. Hier ist nicht nur die mit zweifarbiger Folie versehene schillernde Glasfassade Stadtbild-tauglich, sondern auch die Mischnutzung. Im Erdgeschoss befinden sich Gastronomie, Einzelhandel und ein Skate-Park. Ein Blick lohnt sich zudem in das gut 85 km entfernte Münster, zum Parkhaus am Coesfelder Kreuz. Der 2016 umgesetzte Entwurf vereint Gestaltung mit Funktionalität, denn die horizontal in unterschiedlichen Winkeln angebrachten Bleche geben der Fassade ihre architektonische Einzigartigkeit. Fassaden vermögen eben, aus einem Betonklotz etwas Außergewöhnliches zu zaubern, wie das Parkhaus im britischen Sheffield. Seine mit Panzerstahl versehene Hülle bezeichnet man im Übrigen als „Käsereibe“.
Zahlen & Fakten - PKW insgesamt: 280.120 (Stand 09.2016) - Einwohner Stadtgebiet:... mehr

Zahlen & Fakten

- PKW insgesamt: 280.120 (Stand 09.2016)
- Einwohner Stadtgebiet: 589.145 (Stand 12.2016)
- TG-/Parkhäuser mit Anbindung an das Verkehrsleitsystem: 23 mit ca. 12.400 Stellplätzen (Stadt)
- P+R Anlagen: 16 mit ca. 993 Stellplätzen
- Anwohnerparkgebiete: seit 1980 (Innenstadt), eingeteilt in drei Bewohnerparkgebiete: Museum-Stern, Zentrum Nord-Süd, Ostviertel 1 und 2
- Parkleitsystem seit 1989, 2009 Überarbeitung und 2010 Ablösung des alten PLS