Architektur in Artikel
Kategorie
Themen
Interior in Artikel
Themen
Kategorie
Garten in Artikel
Themen
Kategorie
Spezial in Artikel
Kategorie

Neues Quartier voller Leben

Rund um die Neue Paulus-Kirche ist ein Seniorenzentrum entstanden

Als die Adolphi-Stiftung 2011 das Grundstück der „Neuen Pauluskirche“ mit Kirchenbaukörper,... mehr
Als die Adolphi-Stiftung 2011 das Grundstück der „Neuen Pauluskirche“ mit Kirchenbaukörper, Gemeindezentrum, Pfarrhaus und Zweifamilienhaus in Huttrop erwarb, war die Nutzung des Ensembles noch ungewiss. Inzwischen ist ein lebendiges Quartier entstanden, das ein Seniorenzentrum mit 99 Einzelzimmern beherbergt. zwo+ Architekten aus Bochum ist es gelungen, auch den denkmalgeschützten Kirchenbau von Dennis Boniver von 1959 mit einzubeziehen. 

Die „Neue Pauluskirche“ ist ein herausragendes Beispiel für die Kirchenbaukunst der Nachkriegszeit. Der kubische Baukörper mit Flachdach steht als hoch aufragender, massiver Baublock mit einem Turm als Glockenträger auf der Westseite parallel und leicht zurückgesetzt zur Steeler Straße. Besonderes Merkmal sind die mit Bruchsteinmauerwerk verblendeten Fassaden und die gerasterte Struktur der Betonfertigteilelemente der Nordfassade. In ihrer Grundstruktur konnte die Kirche erhalten bleiben. Zur Straßenecke Steeler Straße und Knaudtstraße zeigt sie sich mit neuem Gesicht. Die Anbauten sowie eines der beiden Wohnhäuser wurden abgebrochen. Die neue Altenpflegeeinrichtung ist als U-förmige, viergeschossige Anlage konzipiert und wird barrierefrei von Norden über einen zentralen Eingangsbereich erschlossen. Zwei neue Gebäudeflügel, in denen ein großer Teil der Bewohnerappartements liegt, durchdringen optisch die vorhandene Nordfassade. Weitere Appartements befinden sich im ehemaligen Kirchenschiff. Zur Belichtung wurden die vorhandenen, sehr geschlossenen Fassaden mit neuen Öffnungen versehen, welche die ursprüngliche Architektursprache respektieren und weiterführen. Die Fenster werden über neu gestaltete Rahmen aus Sichtbeton gegliedert. Zwei besondere Bereiche liegen im Kirchenschiff und erinnern in ihrer Zweigeschossigkeit an das ehemalige Volumen des Baukörpers. Das Paulus-Café mit der ehemaligen Taufkapelle ist dem Foyer zugeordnet. Der „von Stockhausen-Saal“ mit dem beeindruckenden Fenster des Glaskünstlers Gottfried von Stockhausen befindet sich im zweiten Obergeschoss und wird für Veranstaltungen genutzt. Die Gestaltungselemente des Innenraums der Kirche wie die Ziegelfassade, die Betonrasterdecke mit Holzkassettenfüllung, die Leuchten und natürlich das Ostfenster blieben erhalten. 

Auf vier Wohngeschosse verteilen sich acht Wohnbereiche, jeweils mit Küche, Essbereich und Wohnecke. Hinter der denkmalgeschützten Nordfassade ist ein Atrium entstanden, in das die Terrassen der Bewohner eingebaut wurden. Bei der Innenraumgestaltung wurde der Einfluss des Kirchengebäudes ebenfalls berücksichtigt und fortgeschrieben: Die Farben der Einrichtung des ehemaligen Kirchenraumes finden sich wieder und Retromöbel erinnern an das Design aus der Entstehungszeit des Bauwerkes. Die prägende Bruchsteinfassade im Außenbereich blieb ebenfalls erhalten und wurde durch Sichtbetonfertigteilelemente ergänzt. Durch die Errichtung eines neuen Blockheizkraftwerks, Nutzung von Photovoltaik-Anlagen und eine umfassende energetische Sanierung konnte die Kirche im Kfw-Effizienzhaus-Denkmal Standard umgebaut werden. Die Neubauten entsprechen dem Kfw-Effizienzhaus 70. 

www.zwoplus-architekten.de
Architekten: Zwo+Architekten www.zwoplus-architekten.de Fotos: Peter Stockhausen mehr

Architekten:

Zwo+Architekten
www.zwoplus-architekten.de

Fotos:

Peter Stockhausen