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Neues Leben in alter Schule

Architektengemeinschaft saniert denkmalgeschütztes Schulhaus

Kinderlachen drang schon lange nicht mehr aus den Räumen der alten Grundschule in Essen Werden.... mehr

Kinderlachen drang schon lange nicht mehr aus den Räumen der alten Grundschule in Essen Werden. Das denkmalgeschützte Ziegelgebäude von 1870 diente dem Folkwang Museum ab 1970 als Gästehaus für einige Künstler. 2003 erwarb die Architektengemeinschaft Ahlbrecht – Laber – Schröer das inzwischen stark sanierungsbedürftige Gebäude und integrierte drei Wohnungen mit außergewöhnlicher Raum- und Wohnqualität.

Historische Gebäude bieten häufig einen ganz besonderen Charme. Die drei Architekten lieben es, diesen Charme wieder zum Vorschein zu bringen und mit neuen Gestaltungsideen zu verknüpfen – behutsam und mit viel Sinn für die Geschichte. Die Geschichte der Schule in Werden begann Ende des 19. Jahrhunderts. Entsprechend wurde sie im Stil des Klassizismus/Historismus gebaut. Im westlichen Teil befand sich früher ein Klassenzimmer im Erdgeschoss und eine Lehrerwohnung im Ober- und Dachgeschoss. 1894 wurde ein östlicher Teil mit zwei Klassenräumen auf zwei Etagen und einem Treppenhaus ergänzt. Diesen Charakter und die Qualitäten der Schule, wie zum Beispiel die Großzügigkeit der Räume, wollten die Architekten Frank Ahlbrecht und Ricarda Laber sowie der Innenarchitekt Ekkehard Schröer unbedingt erhalten. Die Vergangenheit als Künstlerhaus in dem namhafte Künstler wie Alfred Hrdlicka, Anselm Kiefer und Peer Kirkeby zeitweise gewohnt und ihre Ausstellungen für das Museum Folkwang vorbereitet haben, sollte ebenfalls noch Anklang finden.

Bauen im Bestand erfordert Sensibilität: „Wir haben die Strukturen des Hauses und den Grundriss weitestgehend beibehalten“, erklärt Frank Ahlbrecht. Entstanden sind drei großzügige Wohnungen: Im westlichen Ursprungsbau befindet sich im Erdgeschoss die Wohnung des ehemaligen Museumskurators, im Obergeschoss wurde die ehemalige Lehrerwohnung durch eine Erweiterung in das Dachgeschoss ergänzt und bildet die zweite Wohnung. Die dritte Wohnung umfasst die gesamte östliche Hälfte. Nur wo es aus bautechnischen oder ökologischen Gründen unvermeidlich war, haben die Architekten Bauteile ersetzt. So wurde der PCB-haltige Dachstuhl und die nicht mehr haltbare Dachdeckung erneuert. Auch der Fußbodenaufbau aus Spachtelmasse, Spanplatten und PVC aus den 60er-Jahren wurde entfernt. Dabei traten in den Klassenzimmern sechs Meter lange Pitch-Pine-Dielen und in der Lehrer-Wohnung und den Dachgeschossen Dielen aus Fichte zu Tage, die sorgfältig saniert wurden. Die Kunststofffenster tauschten die Architekten gegen denkmalgerechte Holzfenster mit Sprossenteilung. Die historischen Eichentreppen mussten aufgrund starker Beschädigungen teilweise rekonstruiert, wertvolle Fliesenbeläge freigelegt und aufgearbeitet werden.
Neu Hinzugefügtes dagegen hebt sich in Materialität, Form und Farben bewusst vom Alten ab. Die modernen Einbauten, Bäder, Küchen, Möblierungen, Leuchten und die bewusst eingebundene Kunst bilden einen spannungsvollen Kontrast zur historischen Substanz. Die östliche Wohnung, die über den gesamten neueren Bauteil von 1894 reicht, erhielt zum Beispiel eine frei gestellte, rote Trennwand im oberen Klassenzimmer, die durch zwei Schiebewände den Raum teilbar macht. Im Erdgeschoss des Osttraktes bekommt das Treppenhaus durch eine Verglasung zur Wohnküche zusätzliches natürliches Licht, welches die Muster der alten Fliesen beleuchtet.

Die großen, teils loftartigen Räume des Hauses mit einer Gesamtwohnfläche von 540 m² bieten reichlich Platz für Gemälde, Skulpturen, Antiquitäten und Möbelklassiker. Und für das Spielbedürfnis der vier Kinder, die hier leben. Für Sie wurde der alte Schul- zum Spielhof – auf dem wieder gelacht wird.

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