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Neuer Raum fürs Miteinander

Friedenskirche in Bochum wurde zur interkulturellen Begegnungsstätte

Sinkende Gemeindemitgliederzahlen, veränderte Nutzungsanforderungen und hohe... mehr
Sinkende Gemeindemitgliederzahlen, veränderte Nutzungsanforderungen und hohe Instandhaltungskosten stellen viele Kirchengemeinden vor unüberwindliche Probleme. Dass es mit Toleranz und Ideenreichtum gelingen kann, neue Wege zu gehen, beweist die Gemeinde Bochum Stahlhausen. Die evangelische Kirchengemeinde kooperierte mit dem "Verein für multikulturelle Kinder- und Jugendhilfe – Migrationsarbeit, IFAK e.V." und entwickelte die Friedenskirche zur interkulturellen Stadtteilbegegnungsstätte weiter. Soan Architekten wurden mit dem Umbau des Sakralbaus von 1969 beauftragt und gaben der ungewöhnlichen Idee neuen Raum.

„Q1 – Eins im Quartier. Haus für Kultur, Religion und Soziales im Westend“ heißt das neue Stadtteilzentrum, dessen Architektur gezielt auf Begegnung und Dialog angelegt ist. Größe und Anordnung der Räumlichkeiten legen keine Nutzungsstruktur fest. Sie bieten Potenzial für die Entwicklung eines vielfältigen und wandelbaren Angebotes. Herzstück ist sicherlich der „Raum der Stille“ im Bereich des ehemaligen Altarpodestes. Da der Kirchenraum trotz seiner Umnutzung nicht entwidmet wurde, dient der ehemalige Altarraum als neuer Sakralraum. Über einen kleinen Vorraum öffnet er sich zum Eingang des Stadtteilzentrums und lädt somit jeden Besucher ein – ohne zu vereinnahmen. Der Gruppenraum unter der Empore blieb bestehen, der ehemalige Kirchenraum wurde zum großen Bürgersaal. Büros, kleine Gruppen- bzw. Besprechungsräume und einen Besprechungsbereich mit Café integrierten die Planer in einen eingeschossigen Anbau winkelförmig um die Kirche. Er wirkt durch seine großflächige Glasfront und einen Zugang auf Straßenniveau einladend offen. Der Höhenunterschied zum Niveau der Kirche wird erst im Gebäude überwunden.

Das Erscheinungsbild des Stadtteilzentrums nimmt auf die industriell geprägte Geschichte des Stadtteils Bezug. Für die Fassade des Anbaus wurde ein dunkler Klinker verwendet, der Boden im Inneren besteht aus einem geschliffenen Estrich, die Decken sind in Sichtbeton ausgeführt. Aus Gründen der Wärmedämmung hat die Kirche eine neue Fassade erhalten, deren grobe Putzstruktur auch im Inneren an den entsprechenden Stellen sichtbar ist.

Für das neue Profil der Friedenskirche wurden der Bauherr und Soan Achitekten im bundesweiten Wettbewerb der Wüstenrot Stiftung zum Thema „Kirchengebäude und ihre Zukunft“ unter fast 300 Teilnehmern mit dem ersten Preis ausgezeichnet: „Die christliche Motivation bleibt präsent, ohne sich aufzudrängen.“

www.soan-architekten.de
Architekten: Soan Architekten www.soan-architekten.de Fotos: Roman Weis mehr

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Roman Weis