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Mit Charme und Pfiff

Generalsanierung eines Denkmals

Die denkmalgeschützte Altbauvilla war in einem optisch guten Zustand, als das junge Ehepaar aus... mehr

Die denkmalgeschützte Altbauvilla war in einem optisch guten Zustand, als das junge Ehepaar aus Nordrhein-Westfalen sie 2010 erworben hatte. Die Innenraumgestaltung entsprach allerdings nicht den Wünschen der Bauherren. Sie beauftragten die Essener Architektin Claudia Grotegut damit, dem Haus von 1909 seinen alten Charme zurückzugeben und diesen durch moderne Elemente zu ergänzen.

Bauen im historischen, denkmalgeschützten Bestand sowie Umbau, Ausbau und Sanierung von Altbauten sind Schwerpunkte des Büros Claudia Grotegut Architektur + Konzept. „Alles, was das Denkmal ausmacht, war bei diesem Wohnhaus über vier Etagen gar nicht mehr sichtbar. Alte Stuckdecken waren verdeckt, einige Wände mit Raufaser tapeziert, der Eingangsbereich war mit Marmor ausgelegt“, erklärt Claudia Grotegut. Professionell erweckte sie alte Stilelemente wieder zum Leben: Die Original-Stuckdecken wurden restauriert, das Eichen-Fischgrät-Parkett wurde aufgearbeitet und geölt, im Eingangsbereich wurden eigens für das Objekt angefertigte Zementmosaikplatten verlegt. Die formschönen Heizkörperverkleidungen ließ Grotegut umarbeiten und mit Scharnieren versehen, so dass man sie heute leicht öffnen kann, um die Heizung zu bedienen. Ganz harmonisch arbeitete die Architektin praktische Neuerungen ein. So wünschte sich die Bauherrin eine Sitzbank am Fenster mit Blick in den Garten. Ein riesiger alter Blumentrog unter dem ehemaligen Blumenfenster wich deshalb einer eleganten weißen Sitzlounge mit kaffeebraunem Polster. Das große weiße Regal im Wohnzimmer bietet nicht nur ausreichend Platz für Bücher und Kunst, es dient auch dem Schallschutz: „Für die Rückfront haben wir eigens vom Tischler Schallschutzelemente anfertigen und integrieren lassen. Bei einem Altbau mit vier Meter hohen Decken ist das sehr wichtig“, weiß Claudia Grotegut.

Im Kontrast zu den originalen alten Stilelementen in der Villa bringen an verschiedenen Orten immer wieder lebensfrohe Farben mehr Pfiff ins Spiel – passend zur fröhlichen Art der Bauherrin: bunte Raff-Stores, Lampen und Sofakissen, ein frischer grüner Teppich. Ein alter Lehnsessel wurde von einem Dekorateur mit einem ansprechenden roten Stoff bezogen. Ganz modern ist auch das Bad der Villa, obgleich es dem Grundriss nach aus einer traditionellen Bauweise heraus entstanden ist: „Das Hauptbad liegt stufenversetzt halb über dem Gäste-WC. Daraus entwickelten wir ein modernes Bad auf zwei Ebenen.“ Besonders praktisch: Der Schrank für Bad-Utensilien wird durch eine in das Spiegelglas eingefräste Lift-Tür zugänglich – Millimeterarbeit des Tischlers.

Nicht immer sind die Gegebenheiten eines Altbaus für den Alltag optimal. In einem Dachgeschossraum der Villa wünschten sich die Besitzer mehr Tageslicht. Hier große oder gar mehrere Dachflächenfenster einzubauen, wäre im Denkmal nie genehmigt worden. Claudia Grotegut löste das Problem mit einem Tageslicht-Spot: „Durch einen kleinen Einschnitt im Dach wird das Tageslicht durch ein reflektierendes Rohr direkt in den Innenraum geleitet. Dort sorgt eine spezielle Streuscheibe dafür, dass der darunterliegende Raum auch an wenig belichteter Stelle sanft und natürlich ausgeleuchtet wird“, erklärt sie. Im Zuge der Generalsanierung wurden sämtliche Hausinstallationen erneuert. Damit zog auch zukunftsweisende Technik ins Denkmal ein.

www.claudia-grotegut.de

Architekten Claudia Grotegut
 www.claudia-grotegut.de Fotos Lioba Schneider... mehr

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Claudia Grotegut

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Fotos

Lioba Schneider
www.liobaschneider.de