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Kammer der kurzen Wege

Neues Verwaltungsgebäude der Handwerkskammer Dortmund ist ein Blickfang im Stadtbild

Für das Handwerk zu bauen, war eine besondere Herausforderung für Prof. Eckhard Gerber und sein... mehr
Für das Handwerk zu bauen, war eine besondere Herausforderung für Prof. Eckhard Gerber und sein Team: „Der Neubau des Verwaltungsgebäudes der Handwerkskammer Dortmund repräsentiert die gesamte Handwerkerschaft, indem sich jeder Handwerksbereich mit seinem Gewerk in dem Gebäude zeigt. So stellt jedes Gewerk in ihm die Qualität seiner Handwerkskunst zur Schau. Wenn man für das Handwerk baut, dann schließt sich ein Kreis.“

Der Entwurf von Gerber Architekten aus Dortmund schließt auch eine Lücke: Bislang waren Verwaltung und Bildungszentrum der Handwerkskammer getrennt voneinander untergebracht. Der Wunsch des Bauherren war es, mit dem Neubau die Aufgabenbereiche an einem Standort zu bündeln. Das neue Verwaltungsgebäude schiebt sich zwischen die beiden bestehenden Gebäude, macht die Kammer für Dortmund als zentrale Institution sichtbar und gibt ihr überdies ein repräsentatives Zentrum – ein Konzept, mit welchem die Planer im Wettbewerb um den Neubau bei der Jury punkten konnten.
Auch die architektonische Qualität des Entwurfs überzeugte: „Unsere Entwürfe sollen als Unikate den Genius Loci widerspiegeln, um im Kontext aller Teilaspekte eine markante und einprägsame Idee von Gebäude und Raum zu formulieren,“ erklärt Gerber. Bei der Handwerkskammer gelingt dies durch geschossweise verspringende Auskragungen. Sie geben dem Gebäude einen unverwechselbaren Charakter. Mit den drei auskragenden Geschossen schiebt sich der Neubau zwischen den beiden unterschiedlich hohen Altbauten hervor und schafft so eine Verbindung zwischen den unterschiedlichen Höhen. Gleichzeitig gestalten sie eine großzügige, überdachte Vorfahrt und eine fließende Eingangssituation – das Gebäude empfängt seine Besucher quasi schon bevor sie das Gebäude betreten.

Um mit dem neuen Verwaltungsgebäude eine Verbindung zwischen den bestehenden Gebäuden zu schaffen, gestalteten die Architekten die Fassade mit einer Pfosten-Riegel-Glas-Konstruktion so transparent wie möglich. Im Foyer kam auf Wunsch des Bauherren Bitu-Terrazzo als Fußbodenbelag zum Einsatz, da dieser bei den Gebäuden im Bestand ebenfalls verwendet worden war. Die zentrale Treppe besteht ebenso wie die Geländer aus einer Stahlkonstruktion. Alle Treppen erhielten einen Oberboden aus Eichenholz. Die Büros für die Mitarbeiter sind auf der Basis von Grundmodultypen mit einer Raumtiefe von fünf Metern entwickelt. Dadurch werden flexible Raumanordnungen möglich. Insgesamt stehen in dem fünfgeschossigen Gebäude an der Ardeystraße siebzig Büro- und neun Besprechungsräume zur Verfügung – allesamt komplett barrierefrei.

Das ausdrucksstarke Gebäude hat eine einprägsame Außenwirkung und ist ein Blickfang im Stadtbild. Zugleich soll es für Mitglieder und Kunden künftig zahlreiche Verbesserungen mit sich bringen und durch Synergieeffekte kostengünstiger als die dezentrale Lösung sein – eine transparente Kammer der kurzen Wege mit ästhetischen Proportionen.

www.gerberarchitekten.de
Architekten: Gerber Architekten www.gerberarchitekten.de Fotos: Hans Jürgen Landes... mehr

Architekten:

Gerber Architekten
www.gerberarchitekten.de

Fotos:

Hans Jürgen Landes
www.landesfoto.de