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Industriekultur und Natur pur

Der Landschaftspark Duisburg-Nord

Das Hüttenwerk Duisburg-Meiderich beendete die Produktion 1985. Vier Jahre später beschloss die... mehr
Das Hüttenwerk Duisburg-Meiderich beendete die Produktion 1985. Vier Jahre später beschloss die Stadt die Transformation der 200 Hektar großen Industriebrache in einen Park. Wo einst der Schornstein rauchte, können Spaziergänger heute entspannt durchatmen: Industriekultur und Natur schaffen ein einzigartiges Erlebnis.

Der Landschaftspark Duisburg Nord ist eines von über 100 Projekten, mit denen die Internationale Bauausstellung (IBA) Emscher Park Maßstäbe einer Baukultur für den ökologischen, ökonomischen und sozialen Umbau der Altindustrieregion Emscher im nördlichen Ruhrgebiet setzte. Die vorhandenen, durch industrielle Nutzung geprägten Strukturen wurden von Latz + Partner Landschaftsarchitekten, aufgegriffen, weiterentwickelt und neu interpretiert. Das Münchner Büro setzte sich im internationalen Wettbewerb durch und wurde 2002 mit der Planung und Ausführung von 9 Teilbereichen beauftragt.

„Öffentliche Räume in einer Hochofenanlage zu entwickeln war zunächst ein umstrittenes Projekt“, beschreibt Peter Latz von Latz + Partner. Heute sei die Furcht vor giftigen Altlasten einer ruhigen Akzeptanz der alten Strukturen gewichen. Besucher wandern durch die Ruinen der Produktion, lernen mit ihnen umzugehen und sie nach ihren eigenen Vorstellungen zu nutzen. Der Park umfasst sechs verschiedene Flächen und vier Vorparks, die funktional teilweise nicht verbunden sind. Die Linien der Gleise sind die einzig wirklich durchlaufenden Verbindungen im Park mit Verknüpfungen in benachbarte Stadtquartiere. Laufen, wie die Lokomotive fuhr – ein wirklich spannendes Erlebnis, das von den zahlreichen Brücken aus wie ein riesiges „Land Art“ wirkt.
Bis zu 50.000 Menschen finden sich bei Festen auf dem „Cowperplatz“ oder der „Piazza Metallica“ ein, wo sich das Grün der im Raster gepflanzten Bäume mit den bizarren Strukturen der Winderhitzer und Hochöfen zu einen phantastischen Bild verweben. „Stück für Stück entsteht so eine neue Geschichte, entwickelt sich ein neues Verständnis für den Ort und ein anderer Begriff der Gartenkunst.“ Die Piazza Metallica ist das Symbol der Metamorphose existierender harter Industriestrukturen in einen öffentlichen Raum: Platten, die einst das Gießbett der Mangan-Eisenerzgießerei auskleideten, sind heute das Herzstück des Parks.

Den offenen Schmutzwasserkanal der „Alten Emscher“ verwandelten die Landschaftsarchitekten im Bereich des Landschaftsparks in einen Klarwasserkanal mit Brücken und Stegen. Der Platz der ehemaligen Sinteranlage, die aus Gründen zu hoher Kontamination gesprengt werden musste, ist heute blühende Wiese und schattiger Hain, ein riesiger Festplatz, zum Hochofenwerk hin von Resten der Kranbahn und einem Hochsteg gerahmt. Er führt auf einer Länge von 300 m über die Bunkeranlage hinweg und ermöglicht den Blick in die Gärten, die in den verschiedensten Höhen und Tiefen in die alten Bunker eingebaut sind. Ein gemeinsames Projekt mit Künstlern und dem Lehmbruck-Museum in Duisburg ist die große Bunker–Galerie. Nach Öffnung der massiven Wände verbinden Pfade, Stege und Tunnels den labyrinthischen Komplex. Sie führen zu künstlichen Gärten mit differenzierten Mikroklimata, mit Toneffekten und verschiedenen künstlerischen Interventionen. Über den ganzen Park breitet sich ein Netz von „Spielpunkten“ für Kinder und Jugendliche. So wird der Park zum Abenteuerspielplatz. Die alten industriellen Strukturen haben sich verändert - durch Adaption, Neu-Interpretation und Phantasie.

www.latzundpartner.de
Architekten Latz + Partner www.latzundpartner.de Fotografie Michael Latz, Peter... mehr

Architekten

Latz + Partner
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Fotografie

Michael Latz, Peter Schäfer, Latz + Partner
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