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In Kristall-Optik

Umfassende Sanierung einer alten Turnhalle

Bauliche Mängel und eine schlechte energetische Bilanz gaben den Ausschlag: Die alte... mehr
Bauliche Mängel und eine schlechte energetische Bilanz gaben den Ausschlag: Die alte Karl-Heinz-Klein-Turnhalle in Heiligenhaus aus den 1950er Jahren brauchte dringend eine General-Sanierung. „Ein Abbruch kam nicht in Frage, da die 1970 zusätzlich erbaute große Sporthalle und weitere Gebäudeteile direkt mit der alten Halle verbunden sind“, erklärt die Architektin Ute Piroeth, die 2011 mit dem Projekt beauftragt wurde. „Die Außenwand der kleinen Turnhalle wurde in den 1970er Jahren zur Innenwand der großen Sporthalle, so dass die neue Sporthalle im Prinzip um die Turnhalle gebaut wurde.“

„Alle anderen Gebäudeteile haben ein Flachdach. Bei der kleinen Halle ist es geneigt und besteht aus einer Holzkonstruktion und einem Stahlbetonskelett,“ beschreibt die Architektin die Ausgangssituation, die auf sie wie eine eingeschobene Skulptur wirkte und ihr daher die Idee brachte, das Dach und die Fassade aus einem Material zu gestalten.

Dabei fiel die Wahl auf blaugrau vorbewitterten Titanzink, der in Form von Quadratrauten auf eine neue wärmegedämmte und hinterlüftete Unter­konstruktion befestigt wurde. Doch bevor es soweit war, galt es, noch einige Herausforderung zu meistern. Dabei verlangte vor allem das Dach besonderes Augenmerk. „Beim Dach fand sich keine Spur von Isolierung, wie auch im übrigen Gebäude nicht. Holzkonstruktion plus Dachpappe, plus Eternit, viel mehr war da nicht“, so die Architektin. Kein Wunder also, dass es den Sportlern im Winter immer viel zu kalt war und es jede Menge Beschwerden gab.

Um das Ganze nun energetisch auf den neuesten Stand zu bringen, musste jedes einzelne Holzstück vermessen und jede einzelne Schraube dahingehend kontrolliert werden, ob das Dach überhaupt genügend Standfestigkeit für diese Erneuerungen bot. „Es war wie eine OP am offenen Herzen“, erzählt Piroeth. „ Wir haben das gesamte Gebäude bis auf das Stahlbetonskelett zurückgebaut, die Fassade von ihrer Kunststoffhaut befreit und die Dachabdeckung entfernt.“ Was die Sanierung zusätzlich erschwerte, war die Tatsache, dass im Bestand gearbeitet wurde, was grundsätzlich einen erhöhten Logistik-Aufwand erfordert. „Zudem mussten wir in diesem regenreichen Sommer insbesondere bei den Rückbauarbeiten darauf achten, dass dort, wo Flächen aufgenommen wurden, auch stets Planen parat waren, um Wassereinbrüche in den Hallen-Innenraum zu verhindern“, schildert Ute Piroeth.

Doch die Arbeit hat sich gelohnt. Heute erstrahlt die kleine Turnhalle in neuem Glanz und wirkt mit ihrer von pyramidenförmigen Glaseinschnitten durchbrochene Fassade fast wie ein Kristall. Rund 420 000 Euro – eine Finanzspritze aus dem Konjunkturpaket II – wurden an der Hülsbecker Straße verbaut, ehe im November letzten Jahres die Sportler wieder in der Heinz-Karl-Klein-Halle ihrem Hobby frönen konnten. Und das dabei jetzt niemand mehr frieren muss, ist der erfolgreichen Wärmedämmung zu verdanken, die auch eine beachtliche Kostenersparnis gebracht hat. So lassen sich die Kosten auf unter 20.000 Euro pro Jahr senken, 5.000 bis 6.000 Euro weniger als vorher.

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Fotos

Frank Schoeppgens
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