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Europas größter Archivbau

Abteilung Rheinland des Landesarchivs NRW in Duisburg

Der ziegelrote Turm ragt über den Innenhafen Duisburgs und ist von der A40 aus weithin sichtbar.... mehr
Der ziegelrote Turm ragt über den Innenhafen Duisburgs und ist von der A40 aus weithin sichtbar. Hier, im größten Archivbau Europas, wird künftig die Vergangenheit bewahrt. Zeugnisse aus 1.200 Jahren rheinischer Geschichte, vom 9. Jahrhundert bis in die Gegenwart, lagern in den Magazinen des Landesarchivs NRW – auf 148 km Regallänge! Bauherr ist der BLB NRW (Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW).

Bedeutungsvoll war der verklinkerte Stahlbeton-Speicher von 1936 schon immer: Auf acht Geschossen wurde hier früher Getreide gelagert. Die Architekten Ortner & Ortner Baukunst aus Wien schlossen die Öffnungen und Dachflächen des Speichers und ergänzten ihn im Zentrum durch einen Archivturm. So entstand ein Speicher im Speicher. Grundlegendes Gestaltungselement ist eine massive Außenhaut aus Ziegeln, die dem Archivturm eine skulpturale Optik verleiht. Mit feiner Ornamentierung setzt sich der neue Speicherturm von der alten Klinkerstruktur ab.

Ergänzt wird der Archivturm durch einen fünfgeschossigen Anbau, der sich wellenförmig entlang des Innenhafens erstreckt. Hier sind Foyer, Verwaltung und zusätzliche Funktionen untergebracht. Der Ziegelplatz am Schwanentor wird zum Straßenraum hin hervorgehoben. Das Foyer bildet den Schnittpunkt zwischen Speicher und Welle und schafft einen angemessenen Eingang für das Landesarchiv. Foyer und öffentliche Bereiche öffnen sich bewusst zur Uferpromenade. Im Inneren blickt man durch große Bullaugen in das gesammelte Archivmaterial.

Wo wertvolle alte Dokumente lagern, geht es nicht nur darum Raum zu schaffen. Auch das Klima muss stimmen. Eine luftdichte Konstruktion zur Reduktion des Luftaustausches mit dem Außenklima wurde mit der Schließung der Fenster des bestehenden Speichers erreicht. Eine energieeffiziente Beleuchtung reduziert die internen Wärmelasten. Der Zutritt in die Archivsäle wird durch Luftschleusen reguliert, um den Luftaustausch mit den anderen Bereichen des Gebäudes zu reduzieren. Fünf hoch gesicherte Türen führen von den Bürobereichen in den 20-stöckigen Archivturm. Um das äußere Fassadenbild des denkmalgeschützten Speichers zu bewahren, wurde die erforderliche Wärmedämmung auf der Innenseite angebracht. Im Landesarchiv wird das Prinzip einer passiven Klimatisierung verfolgt, die durch eine fein justierbare Teilklimaanlage ergänzt wird. Dabei ist die Einhaltung einer konstanten, relativen Raumfeuchte aufgrund der wasseranziehenden Natur des Archivgutes besonders wichtig. Schon kurzzeitige Schwankungen der Luftfeuchtigkeit und Temperatur können für die Lagerbestände gefährlich werden. Ein aufwändiger Um- und Neubau, der sich nach Meinung der Architekten jedoch auszahlen wird: „Kulturelle Bauten, wie das Landesarchiv NRW, sind letztlich eine stabilisierende Investition in die nächsten 300 Jahre“, so Christian Heuchel von O & O Baukunst.

www.ortner-ortner.com.de
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