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Endloser Raum für Kreativität

Das Quartier Nord der Folkwang Universität der Künste auf Zollverein

Die silbern glänzende, feuerverzinkte Stahlblechfassade auf dem Gelände des UNESCO Welterbe... mehr

Die silbern glänzende, feuerverzinkte Stahlblechfassade auf dem Gelände des UNESCO Welterbe Zollverein fällt sofort ins Auge. Sie gehört zum jüngsten Neubau der Folkwang Universität der Künste. In Sichtweite des Sanaa-Gebäudes hat hier der Fachbereich Gestaltung seinen Lehrbetrieb aufgenommen. Im europaweit ausgelobten Wettbewerb überzeugte der Entwurf von MGF Architekten GmbH aus Stuttgart, die den Charakter der Zollverein-Architektur geschickt integrierten.

Realisiert wurde das neue Aushängeschild auf Zollverein von Kölbl Kruse in Zusammenarbeit mit RAG Montan Immobilien. Rund 500 Studierende sowie 70 Lehrende und MitarbeiterInnen aus den Studiengängen Fotografie, Kommunikations- und Industrial Design und Kunst- und Designwissenschaft lernen und arbeiten im neuen Quartier Nord auf rund 19.000 m². Der erste Eindruck dürfte bei allen ähnlich sein: Schier endlose Weite, lange, breite Flure, fließende Übergänge, Licht – Raum für Kreativität. Wer hier studieren darf, empfindet das sicher als Privileg. Inspiriert vom Städtebau und der Architektur der Zeche, deren Charakter von den aneinander gefügten, orthogonalen Baukörpern geprägt ist, entwickelten die Architekten eine Baukörperkonstellation aus versetzt zueinander angeordneten Kuben unterschiedlicher Größe und Höhe. Auf diese Weise wird das riesige Gebäude gegliedert und fügt sich harmonisch in das Areal der künftigen „Designstadt“ mit ihren weiteren, geplanten Baukörpern ein. Als Referenz zum industriellen Kontext wählten die Architekten für die geschlossenen Brüstungselemente feuerverzinkten, metallisch schimmernden Stahl, der sich mit verglasten Bereichen abwechselt. Die Vor- und Rücksprünge finden ihre Entsprechung in horizontalen Bändern, die durch rhythmische Höhensprünge variiert werden. Auch in ihrer Bündigkeit bezieht sich die Fassade auf die Gestaltung der Zeche Zollverein. Im Inneren verknüpfen Verkehrsflächen und geschossübergreifende Lufträume die einzelnen Körper zu einem Raumkontinuum. Der Innenhof, der sich über zwei Etagen erstreckt, und das Atrium im östlichen Teil machen den Neubau im Verbund mit dem großen, alle Geschosse überspannenden Treppenhausfoyer zu einem kommunikativen Ort, der in dem fließenden Raumgefüge immer neue Begegnungssituationen für Lehrende und Studierende schafft. Licht erhält das Atrium über eine komplette Verglasung des Luftraumes im Dach und wird dadurch zum Herz des Hauses. Eine stützenfreie, einläufige Stahltreppe verbindet die einzelnen Ebenen zentral und kraftvoll und schafft einen unverwechselbaren Ort, der durch das Zenitlicht einen eigenen Charakter erhält. Dank geschickter Lichtführung werden die Kontraste im Gebäude aus hellen und dunklen Materialien und Oberflächen noch verstärkt und erzeugen so einen farbneutralen Raum für Kunst und Kunstschaffende.

Für das neue Universitätsgebäude erhielt MGF Architekten die „Auszeichnung guter Bauten 2017“ vom BDA Essen.

www.mgf-architekten.de

Architekten: MGF Architekten www.mgf-architekten.de Fotos: Friedhelm Krischer mehr

Architekten:

MGF Architekten
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Fotos:

Friedhelm Krischer