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Ein Unikat für die Bildung

Neubau der web-individualschule in Bochum

Bloß keine Kompromisse mehr! Das war Sarah Lichtenberger, Leiterin der web-individualschule... mehr

Bloß keine Kompromisse mehr! Das war Sarah Lichtenberger, Leiterin der web-individualschule Bochum wichtig. Seit Gründung 2002 musste die Schule aus Kapazitätsgründen immer wieder umziehen. Mit dem von Kemper Steiner & Partner entworfenen Neubau an der Jahrhunderthalle erfüllte sich nun der Traum vom modernen, zeichenhaften Bürogebäude mit zeitgemäßen Arbeitswelten und Sozialbereich.

Für Kinder, die keine Regelschule besuchen können und von der Schulpflicht befreit sind, sowie für Erwachsene bietet die web-individualschule die Möglichkeit, den Haupt- oder Realschulabschluss zu erwerben. Unterrichtet wird per Videotelefonie und Einzelbeschulung. Eine unkonventionelle Idee, die für viele Menschen eine Chance ist. Der neue Standort an der Jahrhunderthalle ist perfekt gewählt: Er erinnert an die industrielle Tradition des Ruhrgebiets und richtet mit einigen modernen Neubauten den Blick in die Zukunft. Unikate, die den Ort des Gebäudes aufgreifen, sind typisch für die Entwurfsarbeit der Architekten. So verleihen sie dem Gebäude industriellen Charakter mit Außenwänden, die aus Betonfertigteilen erstellt sind. Die fertigen Betonoberflächen sind im gesamten Gebäude sichtbar. Auch die Decken sind teils als Ortbetondecke und teils als Filigrandecke unterseitig unbehandelt geblieben. Für einen weithin sichtbaren Kontrast und eine ganz eigene Identität sorgt die leuchtende Glasfassade im Obergeschoss, die sich wie ein Farbband um das Gebäude legt.

Die Bauherren wünschten sich genug Raum für gemeinsame Aktivitäten und Gespräche sowie ein Ablenkungsangebot zur Verarbeitung von intensiven Unterrichtssituationen, somit ist das Erdgeschoss weitgehend dem öffentlichen Büroleben gewidmet: Hier können die Lehrer in der Gaming Area oder der Kickerlounge Ausgleich zu ihrer Arbeit finden. Ein offener Küchen- und Essbereich mit großer, vorgelagerter Terrasse ist der soziale Treffpunkt im Haus. Eine besondere Idee ist die Kletterwand, die das Erdgeschoss mit der ersten Etage verbindet. Viele Schüler besuchen ihre Lehrer vor Ort, um das Vertrauensverhältnis zu stärken. Beim gemeinsamen Klettern werden nicht nur Höhenmeter überwunden, sondern auch manche Unsicherheiten. Im Obergeschoss liegen die Verwaltungsräumlichkeiten und die „Lehrerzimmer“ als Einzelbüros. Das gesamte Gebäude transportiert optisch gelungen die Haltung der Bauherren zum Einstieg in eine neue Form des Lernens und ihre Vorstellung von der Gestaltung einer modernen Arbeitswelt.

www.kemper-steiner-partner.de


Fotos:

Johannes Klein, Kemper Steimer & Partner Architekten

(Erschienen in CUBE Ruhrgebiet 02|19)