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Ein Campus für alle!

Neubau der HRW Mülheim an der Ruhr ist urban und kommunikativ

Nach Fertigstellung des Standortes in Bottrop (siehe CUBE 02/16) wurde nun auch der Campus der... mehr
Nach Fertigstellung des Standortes in Bottrop (siehe CUBE 02/16) wurde nun auch der Campus der Hochschule Ruhr West für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik in Mülheim an der Ruhr eröffnet. Im Wettbewerb um den Neubau für 2.000 Studenten konnte sich die Arbeitsgemeinschaft aus HPP Architekten und Astoc Architects & Planners durchsetzen. Entstanden ist ein urbaner Hochschulcampus von hoher Aufenthaltsqualität, der nicht nur Studierende begeistert, sondern auch die Anwohner einlädt.

Das Ensemble aus vier Institutsgebäuden, drei Sonderbauten (Bibliothek, Hörsaalzentrum, Mensa), einem Parkhaus sowie großflächigen Außenanlagen ist städtebaulich geschickt integriert: Zwischen dem bestehenden Gewerbegebiet und dem südlich angrenzenden Wohngebiet gelegen, wird es zum Bindeglied dieser unterschiedlichen Bereiche. „Die Duisburger Straße ist geprägt durch gegensätzliche Körnungen von gründerzeitlicher Wohnbebauung, Industrieanlagen und dem ehemaligen Ausbesserungswerk. Durch die Übernahme von Strukturen, Richtungen und Körnungen aus der Nachbarschaft fügt sich der neue Campus in den vorhandenen Duktus und bildet daraus eine eigenständige Identität. Er zeigt sich als ein Ensemble mit verwandten, aber differenzierten Baukörpern, die ihrer Umgebung ein Gegenüber und einen neuen Halt geben“, so die Planer. Die neue Hochschule besteht aus maßgeschneiderten und zugleich robusten Gebäuden für ein zeitgemäßes und wandlungsfähiges Lernumfeld ohne modisch zu erscheinen. Besonderes Augenmerk wurde auf die Fassadenprinzipien und Materialien gelegt. Dem Leitmotiv entsprechend, sollten die Institutsgebäude modular und Low-Tech ausgebildet werden, die Sonderbauten dagegen großzügig und Eco-Tech. Daraus ergaben sich zwei Fassadentypen: Die Institutsgebäude erhielten eine Ziegelsteinlochfassade mit einem ausgeprägten Relief, die Sonderbauten eine flächige Ziegelstein-Fassade aus vorgehängten, stabförmigen Metallelementen. Einen minimierten Gesamtbedarf an Energie und Ressourcen haben die Architekten mit einem hohen Nutzer-komfort in Einklang gebracht.

Ein besonderes Highlight für alle Studenten ist sicherlich die Mensa. Im Erdgeschoss befinden sich Foyer, Cafeteria, Seminarräume und studentische Arbeitsplätze sowie Anlieferung, Lager- und Technikflächen. Über eine großzügige Freitreppe gelangt man in den schönen Speisesaal im Obergeschoss, der direkt an die Küche angebunden ist. Eine große Öffnung im auskragenden Teil der Mensa sowie zwei einläufige Treppenabgänge gliedern den Speisesaal und ermöglichen eine Separierung des großen Saals in einzelne Kompartimente. Gleichzeitig belichtet die Öffnung den Platz unterhalb der Mensa, stärkt so den Bezug zwischen Campus und Speisesaal und reduziert zugleich das Gewicht der Auskragung. Insgesamt wurden 62.500 m2 Bruttogeschossfläche für moderne Lehre und Forschung sowie öffentliche Veranstaltungen realisiert. Der Campus zeichnet sich durch eine hohe Identität, Aufenthaltsqualität und Nutzungsflexibilität aus. Es gibt eine Vielzahl an unterschiedlichen öffentlichen Räumen, die zum Verweilen einladen und auch den Anwohnern für Freizeitaktivitäten zur Verfügung stehen. So wird die Lehre sichtbar gemacht, urban eingebunden, sozial vernetzt und baulich kommunikativ.

www.hpp.com
Architekten: HPP Architekten www.hpp.com Astoc Architects & Planners www.astoc.de... mehr

Architekten:

HPP Architekten
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Astoc Architects & Planners
www.astoc.de

Fotos:

Christa Lachenmaier
Hans Blossey