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Dortmund überrascht

Maßnahmen für Elektromobilität hängen andere Ruhrregionen deutlich ab

Mit 70,7 Prozent Freifläche gehört Dortmund zu den grünsten Großstädten Europas. Kaum zu... mehr

Mit 70,7 Prozent Freifläche gehört Dortmund zu den grünsten Großstädten Europas. Kaum zu glauben, dass die Stadt einer Luftreinhalteplanung bedarf, die von der EU bei Überschreitung der Emissionsgrenzwerte vorgegeben ist. 2011 galt es erstmals für das Ruhrgebiet Ost (Dortmund, Bochum und Herne), ein entsprechendes Maßnahmenpaket auf den Weg zu bringen. Dabei begann die Kommune bereits ein Jahr zuvor mit der Erarbeitung des Handlungsprogrammes 2020, welches eine CO₂-Einsparung von 40 Prozent gegenüber 1990 anvisiert. Doch zu langsam griffen die darin festgelegten Maßnahmen. Schnell wurde dem Rat der Stadt bewusst, dass die Intensität des Engagements zunehmen muss. Viele weitere Konzepte sollten folgen, die aktuell mit dem Antrag zur Pilotregion für E-Mobilität mit der größten Ladeinfrastrukturdichte ihren Höhenpunkt findet.

Parallel etablierte sich das von der Technischen Universität Dortmund ins Leben gerufene NRW Kompetenzzentrum für Elektromobilität in Dortmund. Seine Aufgabe besteht vordergründig darin, als zentrale Anlaufstelle zum Thema Elektromobilität zu fungieren. Eine äußerst hilfreiche Einrichtung, denn die Fragestellungen zur nachhaltigen Mobilität mit alternativen Antrieben mehren sich mit dem steigenden Interesse an elektrisch betriebenen Fahrzeugen. Gerade der private Anwender benötigt Aufklärung hinsichtlich rechtlicher Grundlagen, möglicher Förderprogramme und technischer Voraussetzungen. Etwa wenn es darum geht, ob ein haushaltsüblicher Stromanschluss oder doch eine separate Ladestation vonnöten sind oder inwieweit eine Photovoltaikanlage zum Energiemanagement eines E-Cars beitragen kann. Häufig wird sich auch über die Wirtschaftlichkeit eines E-Cars erkundigt – also wie viel zusätzlicher Strom wird benötigt, was kostet das monatlich und welche Lebenserwartung verspricht die teuerste Komponente, die Ladebatterie? Zudem sollten Anreize für jeden einzelnen Elektromobilisten geschaffen werden, sich an entsprechenden Projekten zu beteiligen. PuLS ist eines dieser Verbundprojekte, bei dem es um das Parken und Laden im eigenen Wohnumfeld geht – konkret sind Parkflächen mit Ladestationen auf Privatgrund gemeint. Angesprochen sind Inhaber eigener Parkflächen, die sie für das Aufladen von E-Autos zur Verfügung stellen. Der Anspruch des Vorhabens ist darüber hinaus, zu Lösungen zum Verkehrs- und Parkraummanagement für emissionsfreie Innenstädte beizutragen und den Parkraumsuchverkehr in stark verdichteten urbanen Quartieren, wie das des Dortmunder Kreuzviertels, zu verringern. Hierbei werden die privaten Stellflächen mit einer Parkraumsensorik verknüpft, um digital abrufbar zu sein. Natürlich ist ein wildes Anmelden seitens der Eigentümer nicht das Ziel, vorherige Absprachen mit dem jeweiligen Mieter der Stellflächen sind unerlässlich. Doch hier gäbe es zweifelsohne die Möglichkeit, für ein sauberes Dortmund einen Beitrag zu leisten, denn oftmals stehen die Parkflächen tagsüber leer. Ein Potenzial, welches die Stadt für sich beziehungsweise für die Elektromobilisten effektiv einsetzen möchte.

Regionaler Überblick – Dortmund

- PKW Dortmund: PKW 282.290 (01/2018, destatis), davon 99 % mit Verbrennungsmotor, ca. 533 PKW rein batterieelektrisch (Stand 02/2019), 74.906 deutschlandweit (Stand 30.04.2019)
- Ladestationen in Dortmund: 72 (öffentlich zugänglich), entspricht ca. 180 Ladepunkte (Stand 04/2019), E-Säulen deutschlandweit: 17.400 (Stand 03/2019)
- Fördermaßnahmen: kostenfreies Parken für Fahrzeuge mit einem E-Kennzeichen (bisherige Sonderparkausweise für Elektrofahrzeuge entfallen); 10 Jahre Befreiung von der KFZ-Steuer; Kaufprämie für E-Cars (4.000 Euro für batteriebetriebene Fahrzeuge, ausgeschlossen sind Fahrzeuge über 60.000 Euro); Bezuschussung von privaten Wallboxen bis max. 500 Euro
- Verschiedene Maßnahmen: im Rahmen des Handlungsprogramms Klimaschutz 2020, Masterplan Mobilität 2030, Masterplan Energiewende (214 Maßnahmen), Masterplan Nachhaltige Mobilität für die Stadt, Elektromobilität f. Dortmund (EMoDo3), TIE-IN-Technologie- und Innovationsplattform für interoperable Elektromobilität, Infrastruktur und Netze, RIN – Regionales Innovationsnetzwerk Energieeffizienz Ruhr (Mobilität), Allianz Smart City Dortmund, Emissionsfreie Innenstadt (01.05.2019–30.04.2022)

Die gängigsten Stecker

- Standard in Deutschland: verschied. CEE-Typ-2 Stecker für Wechselstrom-Ladestationen mit 3, 7, 11 oder 22 kW
- Combo-Stecker Combined Charging System (CCS): als Ergänzung des Typ-2-Steckers gedacht für Schnellladestationen, unterstützt das Laden mit Wechsel-, aber auch Gleichstrom mit bis zu 170 kW
- CHAdeMO-Stecker: in Japan entwickelt, bisherige Kompatibilität mit Citroën, Honda, Kia, Mazda, Mitsubishi, Nissan, Peugeot, Subaru, Tesla (mit Adapter) und Toyota
- Tesla Supercharger: Eine modifizierte Version des Mennekes-Stecker Typ 2. Diese erlauben eine Aufladung des Model S zu 80 % innerhalb von 30 Minuten bei einer Ladeleistung von bis zu 120 kW (Gleichstrom). Bisher keine Kompatibilität mit anderen Herstellern.

Ladekabel

- Mode 2: zum Anschluss an eine gewöhnliche Haushaltssteckdose. Die Kommunikation zwischen Elektroauto und Ladeanschluss übernimmt dabei eine Box, die zwischen dem Fahrzeugstecker und Anschlussstecker geschaltet ist (ICCB, in-cable control box).
- Mode 3: Verbindungskabel zwischen Ladestation und Elektroauto, üblicherweise mit Typ-2-Stecker (EU-Standard)

(Erschienen in CUBE Ruhrgebiet 0319)

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