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Doppelspitze

KZA begeistert Bauherren mit neuem Wohnkonzept

Die Vorstellungen der Bauherren von ihrem Traumhaus waren ganz eindeutig: freistehend,... mehr

Die Vorstellungen der Bauherren von ihrem Traumhaus waren ganz eindeutig: freistehend, zweigeschossig, mit klarer kubischer Formensprache und Flachdach. Eindeutig waren aber auch die Bebauungsvorgaben der Stadt Mülheim: Sie sprachen gegen eine optimale Umsetzung dieser Wünsche. Das Essener Architekturbüro Koschany + Zimmer löste das Problem, indem es für seine Bauherren ein ganz neues Konzept entwickelte, das sie sofort überzeugte. Zum Glück. Denn Auftraggeber und Architekt sind seit vielen Jahren gut befreundet.„Da liegt es einem natürlich besonders am Herzen eine perfekte Lösung zu finden“, so Axel Koschany.

Die Bebauungsvorgaben der Stadt schrieben ein Baufenster vor, das eine sehr unglückliche Position des Neubaus zwischen den beiden bestehenden Nachbargebäuden zur Folge gehabt hätte. Das Gebäude wäre so weit zur Straße gerückt worden, dass die Terrasse einerseits von der dann frei stehenden Giebelseite eines eingeschossigen Satteldachhauses und andererseits von der Garage des Nachbarn begrenzt worden wäre. „Beide sind optisch wenig attraktiv und schränken Ausblick und Sonneneinstrahlung stark ein“, so Koschany. Das Bestandsgebäude – die zweite Hälfte des eingeschossigen Satteldachgebäudes aus den 1950er Jahren – stand deutlich tiefer im Grundstück, als es die aktuellen Baugrenzen erlaubten. Es war jedoch auf Grund seiner Bausubstanz nicht nutzbar und viel zu klein. „Die Stadt Mülheim ließ sich darauf ein, einen Neubau auf dem „Footprint“ des Altbaus in exakt gleicher Kubatur zu genehmigen. Damit war die Möglichkeit für ein ganz neues Hauskonzept eröffnet.“ Da das „Ersatzgebäude“ allein deutlich zu klein war, eine größere Kubatur an der Stelle aber nicht genehmigt wurde, ergänzte das KZA-Team es durch ein zweites Haus gleicher Bauart. Es wurde nach vorne zur Straße versetzt und mit dem Ersten verschränkt. Davor setzten die Architekten einen eingeschossigen Vorbau. Um die Baugrenze aufzunehmen, rahmten sie diesen mit einem hellgrauen Betonbügel auf der Straßenseite, der Carport, Eingang und Garage mit den Zimmern dazwischen zu einer Einheit zusammenführt. So entstand eine „Hausgruppe“ aus zwei eingeschossigen Gebäuden mit je einem Satteldach – eine Doppelspitze statt des ursprünglich gewünschten Flachdaches. Dies eröffnet innen wie außen ganz neue Möglichkeiten und Orientierungen: Innen ergeben sich aus der Durchdringung der beiden Häuser immer wieder spannende, teils spektakuläre Durch- und Ausblicke. Offene Galerien ermöglichen dabei stets wieder ganz neue Perspektiven. Außen orientieren sich die Räume durch den „Wiederaufbau“ der ehemaligen Doppelhaushälfte optimal zum Garten. Zusammen bilden die Häuser einen geschützten Raum für eine großzügige Terrasse. Die Nutzungen verteilen sich auf die beiden Häuser und prägen ihren jeweiligen Charakter. So befinden sich im eher geschlossenen „Vorderhaus“ die mehr privaten Räume: unten die Kinderzimmer mit einem separaten Bad sowie das Arbeits- und Gästezimmer, oben das private Schlafzimmer mit Ankleide und Bad.
Im „Hinterhaus“ dagegen sind die „öffentlichen“, entsprechend offenen Räume angesiedelt. Nur eine Wandscheibe, an der die Treppe ins Obergeschoss führt, trennt das Haus vom Eingangsbereich. Dahinter befinden sich eine großzügige offene Küche und der Essplatz, von dem aus man direkt auf die Terrasse gelangt. Über dem Essplatz bietet eine offene Galerie atemberaubende Blicke in den Dachraum, der bis in die Spitze des Firsts erlebbar ist. Hier oben auf der Galerie ist der Wohnbereich angesiedelt, von dem aus man unterschiedlichste Blicke in das Haus oder in den Außenraum hat. Fenster ganz unterschiedlicher Formate rahmen den Blick nach draußen immer wieder als neues, sich veränderndes Bild. Ein Steg führt durch die „Schnittstelle“ der beiden Häuser zurück ins Vorderhaus zu den privaten Räumen.

Mit einer völlig anderen Vorstellung das Abenteuer „Hausbau“ beginnend, waren die Bauherren vom ersten Moment an von dem gänzlich anderen Konzept begeistert. „Und unsere Freundschaft ist noch intensiver geworden“, freut sich Axel Koschany.

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Daniel Sumesgutner
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