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Das Kolumbarium

Ein Urnenfriedhof in Mülheim an der Ruhr

Bereits 1992 kam Marlies Jansen-Fohrmann, die mittlerweile verstorbene Mutter der heutigen... mehr
Bereits 1992 kam Marlies Jansen-Fohrmann, die mittlerweile verstorbene Mutter der heutigen Firmeninhaberin Mirjam Helmus-Fohrmann, von einer USA-Reise mit der Idee zurück, ein Kolumbarium privat zu errichten und zu betreiben. „Es hat aber einige Zeit gebraucht, bis die Vision meiner Mutter, ein eigenes Urnenhaus zu bauen, endlich Realität werden konnte“, erklärt Mirjam Helmus-Fohrmann. Denn bei der Stadt stieß das Ansinnen zunächst auf wenig Gegenliebe. So wurde die erste Bauvoranfrage abgelehnt, da der Stadtverwaltung die Idee wohl allzu neu gewesen sein musste. Fast zehn Jahre vergingen von den ersten Planungen des Architekten bis zur Umsetzung.

Der Standort des neu gebauten Kolumbariums liegt direkt gegenüber des städtischen Friedhofs an der Augustastraße in Mülheim-Styrum auf einem Gelände, das nur eine eingeschränkte Nutzung zulässt.

Den Neubau plante und errichtete das Büro Wolfgang Kamieth Architekten BDA DWB gemeinsam mit dem FarbOffice Annette Kamieth-Flöer als schlichten Riegel mit Natursteinfassade, in den er eine zentrale Rotunde einfügte. In diesem Raum befinden sich 400 Urnengräber, wobei auch Beisetzungen in kleinerem Rahmen stattfinden können. Die Rotunde besteht aus vorgefertigten Sichtbetonelementen, deren Oberflächen dreilagig gold- und silberfarben beschichtet sind.

Die ausgewogene, harmonische Farbgebung wurde im Rahmen mehrfacher Bemusterungstermine mit dem Farbenhersteller festgelegt. Die sich anschließenden Wandflächen sind mit Naturstein verkleidet. Hierbei kam ein Muschelkalk in grauer Farbgebung aus Würzburg zum Einsatz.

Um dem Gebäude außen und innen eine wertige Ausstrahlung zu geben, wird der Goldton der Sichtbetonflächen an der Fassade in den Innenraum hinein weitergeführt. „Die Belichtung war eine Herausforderung“, erklärt Architekt Wolfgang Kamieth. „Wir wollten einen vor Einblicken geschützten, intimen Ort schaffen, der dennoch hell und einladend wirkt.“ Gelungen ist dies durch eine Reihe von zwölf quadratischen Fenstern unterhalb des kegelförmigen Daches, durch welche Tageslicht auf den goldbeschichteten Tambour fällt und dabei eine ansprechende, warme Farbstimmung erzeugt wird.

Wie in alten Kirchen üblich zieht sich der Fußboden aus echtem Terrazzo mit Goldeinschlüssen fugenlos durch das gesamte Gebäude. Unterstützt wird die sakrale Raumwirkung durch die aufwendige Gestaltung der Urnenschränke, der Portale und der Sitzbank mitten im Rondell mit dunklen, massiven Walnussholzelementen in exzellenter Ausführung.

„Die Bauherren ließen uns freie Hand bei der Ideenfindung und Umsetzung“, erinnert sich Wolfgang Kamieth. „Bereits die ersten Entwurfskonzepte wurden begeistert aufgenommen.“ Die Architektur zitiert ganz bewusst sakrale Elemente aus verschiedenen Epochen und Baustilen. Beispiele hierfür sind die Kreisform als Idealisierung des Achteckes oder die Kuppel als Symbol mittelalterlicher Kirchenbauten.

Insgesamt ist ein Bauwerk entstanden, das seine Funktion als Ort des Abschieds und der Erinnerung architektonisch aufgreift und in einer schlichten, modernen Auffassung eine feierliche Atmosphäre schafft.

www.architekt-kamieth.de
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Architekt Kamieth
www.architekt-kamieth.de

Fotos

Harald Reusmann, Essen 
www.reusmann.de