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Auf der Höhe der Zeit

Energetische Wohnraumsanierung

Ans Energiesparen dachten Architekten und Planer bis zur Ölkrise in den frühen 1970er-Jahren... mehr

Ans Energiesparen dachten Architekten und Planer bis zur Ölkrise in den frühen 1970er-Jahren nicht. Dämmung von Fassaden, Kellerdecken, oberster Geschossdecken oder gar eine Zwischensparrendämmung der gesamten Dachflächen findet man in den Bauten aus jener Zeit selten. Mit den geeigneten Maßnahmen können sie aber dennoch zu einem zeitgemäßen, zukunftsfähigen Heim werden. „Wenn die Grundsubstanz der Häuser einwandfrei ist, kann sich die energetische und optische Sanierung lohnen“, sagt Architekt Andreas Dargegen. Er, sein Mitarbeiter Sascha Schumacher und ein Team aus Handwerksfirmen haben in Witten-Heven ein mehr als 50 Jahre altes Doppelhaus vollständig umgestaltet und aufwändig saniert – in bewohntem Zustand.

Ihr Alter sieht man den modernisierten Einfamilienhäusern heute nicht mehr an. In mehreren Bauabschnitten wurden die Gebäude mit den dazugehörigen Gärten und Außenanlagen renoviert und umfangreich umgestaltet. „Unser Hauptaugenmerk lag auf der signifikanten Erhöhung der energetischen Qualität der Gebäudehülle durch das Aufbringen eines 16 cm starken Wärmedämm-Verbundsystems (WDVW), dem Einbau bodentiefer und dreifach isolierverglaster Fenster, beziehungsweise Fenstertüren, mit Absturzsicherungen aus Glas. Darüber hinaus haben wir das Dach mit großformatigen Dachsteinen und Zwischensparrendämmung erneuert“, erläutert Dargegen. Dabei wurde auf ein optisch zeitgemäßes Erscheinungsbild unter Wahrung der architektonischen Grundformen Wert gelegt. Die Dachgauben und der Schornsteinkopf wurden mit einer Stehfalzeindeckung aus vorbewittertem Titanzink neu eingekleidet und sämtliche Materialien nach Art und Farbgebung aufeinander abgestimmt. Das spart nicht nur Energie. Die Altbausanierung steigert auch den Wohnkomfort: Dämmung bringt Schallschutz, reduziert das Schimmelrisiko und schützt die gesamte Bausubstanz. Die sanierten Garagen haben ein dem Haus optisch angepasstes Satteldach erhalten, sodass sich das Gebäude im Gesamtbild harmonisch in das gepflegte Wohnumfeld einfügt. Die Heizungsanlage wurde ebenfalls erneuert und durch den Einbau neuer Regelungstechnik sowie neuer Plattenheizkörper grundlegend modernisiert.

Ihr Eigenheim wünschen sich die meisten Menschen heute im Inneren großzügig und offen. Um dies zu erreichen, wurde der vorhandene Gebäudekörper fast völlig restrukturiert. Im Erdgeschoss ist so ein geräumiger Wohn- und Essbereich entstanden, der sich lichtdurchflutet zu einer großzügigen Terrasse öffnet. Im Obergeschoss ist eine völlig neue Raumlandschaft zum Arbeiten, Schlafen und Entspannen entstanden, deren Fensterflächen und Glastüren optische Offenheit und ein helles Ambiente schaffen. „Das Gäste-WC und die vier Bäder wurden barrierearm saniert, eines davon behindertengerecht“, so der Architekt. Durch die Vernetzung der gesamten Haustechnik mit einem BUS-System wurden beide Häuser, die nunmehr eine Einheit mit abgeschlossener Einliegerwohnung bilden, technisch auf den aktuellsten Stand gebracht. Abgerundet wurde die Sanierung mit einer Neugestaltung der Außenanlagen nach Plänen des Garten- und Landschaftsarchitekten Thomas Tittel. Es gibt jetzt Ruhezonen, Freisitze, Grünanlagen und kunstvoll angeordnete Sichtschutzmauern zur Straßenseite, die dennoch eine offene Gesamtanlage bilden.

Auf der Grundlage der Erfahrungen der Wohnungsgenossenschaft Essen-Nord eG in der Bestandssanierung ist ein harmonisches Ensemble entstanden, das nicht nur auf der Höhe der Zeit ist, sondern auch das gesamte Quartier aufwertet.

www.essen-nord.de

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Michael Oberländer