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Altes Handwerk ganz modern

Zukunft geschmiedet

Die gute alte Handwerkskunst – sie hat immer noch Relevanz in der modernen Architektur.... mehr

Die gute alte Handwerkskunst – sie hat immer noch Relevanz in der modernen Architektur. Vorausgesetzt man arbeitet am Puls der Zeit. So wie Schmied und Metallgestalter Michael Stratmann. 1996 zog er mit seinem Team in den renovierten, denkmalgeschützten Kupferhammer Essen Kupferdreh. Hier verbindet die „Werkstatt für Metallgestaltung“ geschickt die Kenntnisse alter Handwerkskultur mit allen Spektren der Schmiedekunst und modernen Fertigungstechnologien.

„Klassische Schmiedearbeiten werden kaum noch nachgefragt. Das bedeutet jedoch nicht, dass Kenntnisse des Schmiedehandwerks heute überflüssig sind“, weiß Stratmann. Denn auch im Stahl- oder Metallbau geht es immer wieder darum „Verbindungen“ zu schaffen: Wohin fließen die Kräfte? Wie verbindet man die Stahlbleche einer Treppe gestalterisch und handwerklich am sinnvollsten? Wie kann man Gitter, Tore, Beschläge, Handläufe am besten in die Architektur integrieren? „Zu manchen Lösungen kommt man nur dann, wenn man sich intensiv mit dem entsprechenden Material beschäftigt und wenn man die Formgebungstechniken der Warmbearbeitung kennt.“

Von der kompletten Kirchenraumgestaltung über außergewöhnliche Treppen bis hin zu Arbeiten im Außenbereich übernimmt Michael Stratmann sämtliche Bauaufgaben. Immer nach dem Prinzip: der Herstellungsprozess, die handwerkliche Arbeit, bleibt ästhetisch transparent. Das Handwerkliche ist für den Schmied untrennbar verbunden mit dem Gestalterischen: „Es ist sehr wichtig, sich mit der Architektur auseinander zu setzen. Ich beschäftige mich insbesondere mit den Arbeiten handwerklich orientierter Architekten wie Frank Loyd Wright, Carlo Scarpa, Karljosef Schatter und Renzo Piano. Architekten beschäftigen sich mit Details, warum sollten wir Metallgestalter uns nicht mit Architektur beschäftigen?“ Im Mai 1991 erhielt Stratmann den Staatspreis für das Kunsthandwerk NRW.

In den letzten Jahren arbeitet die „Werkstatt für Metallgestaltung“ verstärkt mit moderner CAD- und Lasertechnik. Dennoch fühlt Stratmann sich der Tradition verpflichtet. Dazu passt das Arbeitsumfeld: Im historischen Kupferhammer wurde seit dem 16. Jahrhundert Kupfer geschmiedet und gewalzt. Heute ist das Ensemble wichtiger Bestandteil der regionalen Museumslandschaft und hat zugleich eine neue Zukunft.

www.ms-wfm.de

Fotografie Michael Stratmann www.ms-wfm.de mehr

Fotografie

Michael Stratmann
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