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Alter Kern, neue Hülle

Wandel vom Gemeinde- zum Apartmenthaus in Holztafelbauweise

Im Kern ist das Apartmenthaus für Studierende an der Tiegelstraße in Essen schon mehr als 60... mehr

Im Kern ist das Apartmenthaus für Studierende an der Tiegelstraße in Essen schon mehr als 60 Jahre alt. Das sieht man dem Gebäude jedoch nicht an. Denn das ehemalige evangelische Gemeindehaus in unmittelbarer Nähe zur Universität Essen erhielt eine neue, zeitgemäße Hülle und wurde um ein Staffelgeschoss erhöht. Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft ist der Werkstoff den ACMS Architekten aus Wuppertal für die Außenfassade und die Aufstockung nutzten.

Da nach einem Abbruch des Lutherhauses keine Genehmigung für einen Neubau auf dem Grundstück erteilt worden wäre, beschlossen die Architekten und das Studierendenwerk Essen-Duisburg als Bauherr den Bestand zu transformieren. Dieser wurde bis auf seine Primärkonstruktion zurückgebaut, das alte Dach komplett entfernt und auch von der Außenwand blieben nurmehr Teile erhalten. Die neu gedämmten Außenwände erhielten eine Vorhangfassade mit großformatigen Fassadenplatten, die sich mit hohen, bodentiefen Fensterelementen im Fassadenbild abwechseln. Die umlaufenden Laubengänge, die jedem Bewohner einen separaten Eingang in sein Apartment bieten, wurden mit einer zweiten leichten Außenhaut aus horizontalen Holzlamellen umhüllt. Eine Konstruktion, die Ausblicke in die von hohen Bäumen bewachsene Umgebung erlaubt und zugleich vor Einblicken und zu starker Sonneneinstrahlung schützt. Auch das baurechtlich genehmigte Staffelgeschoss planten die Architekten als reine Holzkonstruktion, die auf den Bestandsbau aufgesetzt wurde. „Hier kommen die enormen Vorteile der Holztafelbauweise zum Tragen: Ein geringes Gewicht, Bauzeitverkürzung, eine bessere Ökobilanz sowie die reversiblen Möglichkeiten zur flexiblen Raumaufteilung“, erklärt Architekt Olaf Scheinpflug.

Das Staffelgeschoss bietet heute 200 m² Wohnraum für den Pastor und seine Familie, kann aber später auch in drei kleinere Einheiten aufgeteilt werden. Darunter liegen 24 Einzelapartments mit ca. 25 m² und sechs Doppelapartments mit ca. 51 m² Wohnfläche. Die Aufstockung und die außenliegende Erschließung (Treppenanlagen an den Stirnseiten, Aufzug) erhöhten die Bruttogeschossfläche von 969 m² auf insgesamt 2.170 m². Das Apartmenthaus erfüllt den Standard KfW-Effizienzhaus 55 und verfügt über ein kontrolliertes Lüftungssystem. Der CO2-Ausstoß des Gebäudes konnte erfreulicherweise um 50 Prozent gesenkt werden.

www.acms-architekten.de

Fotos:

Sigurd Steinprinz
www.steinprinz.de