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Alte Kirche mit neuer Zukunft

Die ehemalige Lukaskirche in Essen Holsterhausen steckt wieder voller Leben

Mitten in Essen Holsterhausen ist in einer ehemals evangelischen Kirche Raum für... mehr
Mitten in Essen Holsterhausen ist in einer ehemals evangelischen Kirche Raum für gemeinschaftliches Wohnen und Arbeiten entstanden. Eine integrative Kindertagesstätte, individuell mietbare Arbeitsräume mit Gemeinschaftsflächen und verschiedene barrierefreie Wohnungstypen unter einem Dach schaffen einen Ort, an dem mehrere Generationen und Menschen mit und ohne Behinderung zusammen leben und arbeiten können. Das Essener Architekturbüro Heinrich Böll erhielt den Auftrag, die Lukaskirche vom sakral genutzten Raum in einen Lebens- , Wohn- und Spielraum zu verwandeln.

Schon seit 2008 wurde die 1961 errichtete Kirche nicht mehr als Gemeindekirche genutzt. Die Gelsenkirchener VEWO Wohnungsverwaltung GmbH erwarb das Gebäude, nachdem sie die Gemeinde von ihrem gemischten Nutzungskonzept mit Wohnungen, einer KiTa und Praxisräumen überzeugen konnte. Das grundsätzliche Konzept war also bereits entwickelt, als die Architekten mit der Planungsaufgabe betraut wurde. Es war klar, dass die großen Raumvolumen vom Pfarrsaal im Erdgeschoss und vom Kirchensaal im Obergeschoss des Gebäudes aufgegeben werden mussten, um eine wirtschaftliche Ausnutzung des Volumens zu erreichen. „Die Herausforderung bestand darin, sich zunächst von den ursprünglichen, durch die sakrale Nutzung geprägten Eindrücken zu verabschieden. Keine saalartigen Räume, keine Konzentration auf den Altarraum, keine in Kirchenfenstern aufgelösten Wände mehr. All das war auf eine Wohnnutzung oder einen Kindergarten nicht zu übertragen,“ erklärt Architekt Achim Pfeiffer. Das Architekturbüro Böll entwickelte für Wohnen oder KiTa optimierte Grundrisse, berücksichtigen dabei aber einzelne, an die ehemals sakrale Nutzung erinnernde Zitate. Das auf der Nordseite zur Straße hin orientierte Kirchenportal wird auch weiterhin als Haupteingang genutzt. Das unmittelbare an diesen Eingang angelehnte, neue Haupttreppenhaus rückten die Planer von der Außenwand ab, so dass ein über die volle Gebäudehöhe reichender, freier Luftraum entstand. So konnten an dieser Stelle die historischen Kirchenfenster erhalten bleiben. Beim Betreten des Hauses erlebt man nun einen Raum, der nicht mehr der ursprünglichen Kirche entspricht, aber an sie erinnert und sich deutlich von üblichen Eingängen in Wohnhäusern unterscheidet. Die Gestaltung der Fassaden orientiert sich an der ursprünglichen Anordnung der großen Kirchenfenster. Es wurden jedoch neue Fenster eingesetzt, Balkone ergänzt und neue Öffnungen geschaffen, unter anderem an der früher völlig geschlossenen Südfassade. Die Struktur der Fassaden erlaubte es ohne großen baulichen Aufwand bodentiefe Fenster einzubauen, so dass lichte Wohnräume entstanden.

Die ehemalige Lukaskirche heißt heute Lukas-K-Haus. Im Erdgeschoss hat eine integrative Kindertagesstätte eröffnet. Im ersten und zweiten Obergeschoss sind Büro- und Seminarräume entstanden. Im zweiten bis vierten Obergeschoss liegen barrierefreie, teilweise behindertengerechte Wohnungen. Durch den Umbau bleibt

Holsterhausen ein besonderes Haus erhalten – ein Gebäude mit Geschichte und neuer Zukunft.

www.architekt-boell.de
Architekten Heinrich Böll Architekt BDA DWB www.architekt-boell.de Fotos Thomas Mayer,... mehr

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Heinrich Böll Architekt BDA DWB
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Fotos

Thomas Mayer, Neuss
www.thomas-mayer-photo.de
Rüdiger Echterhof