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Wohnen überm Pferdestall

Ein historischer Gutshof in Gutach wird in mehreren Schritten umgebaut

Die Umwandlung des einst landwirtschaftlich genutzten Gutshofs in Gutach aus dem Jahr 1908 in... mehr

Die Umwandlung des einst landwirtschaftlich genutzten Gutshofs in Gutach aus dem Jahr 1908 in ein attraktives Mietshaus ist gelungen. Nach Abschluss des ersten von drei Bauabschnitten – Nord- und Südflügel sowie Mittelbau – hat das beauftragte Architekturbüro WerkGruppe 1, unter Leitung von Klaus Wehrle, im „Nordflügel“ des denkmalgeschützten Gebäudes zehn Mietwohnungen sowie einen auch für die Öffentlichkeit zugänglichen Bürgertreff geschaffen.

Dem Umbau vorausgegangen war ein jahrzehntelanger Leerstand des für den Ortskern wichtigen Gebäudes, dessen landwirtschaftliche Nutzung bereits in den 1950er-Jahren eingestellt wurde. Fortan war es dem Verfall ausgesetzt, bis der Entschluss fiel, dem Gebäude, in enger Abstimmung mit dem Landesdenkmalamt, neues Leben einzuhauchen. Der Umbau und die Sanierung des Nordflügels wurden als erstes abgeschlossen. Dessen Erdgeschoss wurde einst als Pferdestall, Werkstatt und Lager genutzt und im Obergeschoss und den drei Dachgeschossen waren ein Wohnraum für Landarbeiter, eine Scheune und ein Hühnerstall untergebracht. Architekt Klaus Wehrle stand vor der Herausforderung, die ursprünglich fünf Nutzungsebenen optimal zu erschließen und die historische Bausubstanz soweit wie möglich zu erhalten. „Das neue Nutzungskonzept orientiert sich an dieser Gliederung“, erläutert er, „wobei die obersten beiden Etagen aus Brandschutzgründen nicht ausgebaut wurden.“ Das Gebäude wird nun durch ein großes Treppenhaus erschlossen, über das sechs Wohnungen erreichbar sind. Weitere vier Wohnungen sind durch einen Laubengang zugänglich, der über das zentrale Treppenhaus erreichbar ist. Im Erdgeschoss bestehen die historischen Decken und Stützen aus Stahlbeton – sie sind erste konstruktive Zeugen moderner Baumaterialien. Ab dem ersten Obergeschoss ist das Gebäude ein reiner Holzbau, dessen historische Holzbindekonstruktion mit ungleichen Konstruktionsachsen erhalten blieb und durch neue Holzbauteile ergänzt wurde. Dadurch entstanden unterschiedliche Wohnungsgrundrisse von großzügigen, loftähnlichen Wohnungen im Erdgeschoss sowie kleineren 2- bis 4-Zimmerwohnungen im Ober- und Dachgeschoss. Mit Fußbodenheizung, Parkettböden, Holzfenstern und elektrischen Stoffmarkisen sind sie hochwertig ausgestattet. Um die historische Fassade zu erhalten, erhielten die Außenwände und die Wohnungstrennwände innen vorgefertigte Holzrahmenwände. Darauf ruhen vorgefertigte Decken aus sichtbarem Brettsperrholz, die eine natürliche Raumatmosphäre schaffen. Geheizt wird das Gebäude, das als KFW-Energieeffizienzhaus 100 saniert wurde, über eine gemeinschaftliche Holzpelletheizung.

www.werkgruppe1.de

Fotos:

Markus Herb
www.markusherb-fotografie.de