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Wein Im Raum darstellen

Die Oberkircher Winzer laden in ihre „Kathedrale des Weins“ zur Verkostung ein

Auch wenn das Markenzeichen der Oberkircher Winzer die weithin sichtbare Schauenburg ist, so... mehr

Auch wenn das Markenzeichen der Oberkircher Winzer die weithin sichtbare Schauenburg ist, so haben sie mit ihrem neuen Vinotorium ein Zeichen gesetzt, das die Aufmerksamkeit in die Tiefe lenkt. Der neue Verkostungsraum, der acht Meter unter der Erde liegt, ist eine „Kathedrale des Weins“ geworden, die für das Selbstbewusstsein der Winzer steht. Mit Achtung vor der Tradition, mit handwerklicher Leidenschaft und innovativen Ideen gehen sie zukünftige Herausforderungen an – diese Ambitionen und das Spektrum der Weine sollten sich im Vinotorium widerspiegeln.

Als Leitmotiv griffen die Architekten Echomar und das Architekturbüro Müller + Huber das Gewölbe des historischen Gründungskellers der Winzergenossenschaft auf und transformierten dieses in etwas Neues. Ausgehend vom Wein­spektrum der Winzer, das von leichten Sommerweinen über mittelkomplexe Rieslingen bis zu hochkomplexen Cabernet Sauvignons aus dem Barrique reicht, wurden diesen Weinempfindungen eine räumliche Entsprechung gegeben: einfachen Weinen eine einfache Geometrie, mittelkomplexen Weinen ein Tonnengewölbe und hochkomplexen Weinen ein Kreuzgratgewölbe. 55 Schwarzwälder Eichenholzlamellen kamen für die Umsetzung der beeindruckenden Deckenkonstruktion zum Einsatz. Der digitale Planungsprozess erlaubte es, bis unmittelbar vor Produktionsbeginn an der Form zu arbeiten und so stehen die Lamellen und die Entwurfssoftware auch für die Verbindung von Tradition und Moderne. Den Duft nach Holz, Erde und Wein nehmen die Besucher des Vinotoriums unmittelbar wahr. Für die erdige Komponente sorgen die Lehmwände, die außerdem das Raumklima regulieren. In Kontrast dazu stehen die Einbauten aus weißem Corian, die wiederum für zeitgenössisches Material stehen. Die kathedralenartige Atmosphäre wird gekrönt durch das museal präparierte Bodenrelief, das architektonisch dominant inszeniert wird. Dieses exklusive Detail macht sofort neugierig und spiegelt das Terroir wider, auf dem die Weine der Winzergenossenschaft wachsen. Das Auge verfolgt den Gang der Natur, vom Renchtäler Granit, den Wurzeln über die Verwitterungszone bis zum tonigen Lehm und schließlich zum Rebstock. Zusammenfassend verleiht die Architektur des Vinotoriums dem Repräsentationsraum nicht nur eine Funktion, sondern vor allem eine inhaltliche Bedeutung – ein Narrativ. So leicht und selbstverständlich der Raum in seiner Gesamtheit wirkt – so komplex und umfangreich waren der Planungs- und Realisierungsprozess. Vor allem die Freiform des Gewölbes erforderte eine Vielzahl an digitalen und analogen Modellen sowie viel Kommunikations- und Improvisationsaufwand.

www.architektur-buero.de
www.echomar.de

Fotos:

Jigal Fichtner & Echomar
www.herrfichtner.de

(Erschienen in CUBE Oberrhein/Baden 04|19)