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Logistikhalle mit Raffinesse

Die Elztalbrennerei Georg Weis punktet mit viel Holz und inneren Werten

Die Elztalbrennerei Georg Weis in Gutach im Breisgau blickt auf eine nahezu hundertjährige... mehr

Die Elztalbrennerei Georg Weis in Gutach im Breisgau blickt auf eine nahezu hundertjährige Tradition zurück. Inmitten des Elztals und umgeben von Tannenwäldern, sanften Berghängen und klaren Gewässern, war es dem Inhaber ein besonderes Anliegen, dass sich die neu zu erstellende Lagerhalle harmonisch in die Umgebung einfügt. Für die mit dem Bau beauftragte Carré Planungsgesellschaft war daher heimisches Holz für die Außenwand und das Dach die erste Wahl. Dies ist um so bemerkenswerter, da bei der Lagerung von über 20 Millionen Litern Edelbränden besondere Anforderungen an den Brandschutz gestellt werden.

Von der Ferne betrachtet, erscheint das Gebäude mit seinen unterschiedlichen Dachneigungen, die die Verläufe der umliegenden Landschaft aufnehmen, sehr homogen. Erst beim Näherkommen nimmt man die Gliederung der Fassade wahr: Entsprechend der Lieferlängen der Holzbretter entwickelten der Architekt Klaus Wehrle und sein Team ein Fassadensystem, bestehend aus drei unterschiedlichen Brettbreiten, das für Abwechslung sorgt. Außenwände und Dach wurden aus Brettsperrholzelementen errichtet, was auch dem Innenraum eine sehr individuelle Ausprägung gibt. Holz spielt auch hier seine Vorteile aus, da es resistent ist gegen Alkoholdämpfe und dadurch so gut wie frei bleibt von Schimmelbildung, die im Zusammenhang mit der Alkoholproduktion kaum zu vermeiden ist. Aus Brandschutzgründen und als Prallschutz für den Stapelverkehr liegen die Dachbinder aus Leimholz auf Stahlbetonstützen. Auch die Brandwände der drei Logistikbereiche, in die die Halle untergliedert ist – Laderampen, Kommissionierung sowie Büro- und Sozialbereich einerseits, Regal- und Blocklager anderseits und als drittes das Fasslager – sind aus Stahlbeton.

Die Logistikhalle punktet zudem durch ihre „Lowtech-Ausstattung“, sodass auf eine Heizanlage und damit verbundene Folgekosten für den laufenden Betrieb verzichtet werden konnte. Im Vorfeld kalkulierten die Architekten in allen Bereichen mit spitzem Bleistift, um im Preiswettbewerb mit Fertighallenkonstruktionen bestehen zu können. Dank intelligenter Planung und ressourceneffizientem Einsatz des verwendeten Materials ist ihnen dies gelungen. Beheizt wird das rund 5.000 m² große Logistikzentrum über die Abwärme, die beim Brenngebäude im Bestandsgebäude entsteht. Zusätzlich entfallen beim Produktionsprozess Kosten für die Kühlung. Weiterhin wird Energie durch Grundwasserwärmepumpen gewonnen, die im Holzfasslager für eine gleichbleibende Temperatur sorgen. In Kombination mit der flach aufgelegten Fotovoltaikanlage ist der Bau bilanziell energieautark und emissionsfrei.

www.carre-gmbh.de

Fotos:

Markus Herb
www.markusherb-fotografie.de