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Innere und äußere Werte

Freies Raumgefühl im Hybrid: Nordschwarzwälder Gewerbebau in Holz und Beton

Ein Jahrzehnt hat es gedauert, bis das brachliegende Grundstück am Stadtbahnhof von Freudenstadt... mehr

Ein Jahrzehnt hat es gedauert, bis das brachliegende Grundstück am Stadtbahnhof von Freudenstadt 2019 einen Neubau erhalten hat. Das Warten auf die optimale Nutzungsmöglichkeit hat sich gelohnt, denn zwei „glückliche“ Umstände kamen zusammen.

Das Gesundheitszentrum einer Krankenkasse war auf der Suche nach einem größeren Standort, ebenso wie die Architekten Mathias Walter und Jörg Wörner, kurz w:architekten. Sie haben dort ein geradliniges und strukturiertes Gebäude mit einer Hülle aus Holz geschaffen, das intelligent mit der abfallenden Topografie des Geländes spielt. Was einfach klingt, war ein hartes Stück Arbeit. Zahlreiche Modellvarianten waren erforderlich, bis das Problem von fünf Metern Höhenversatz und unterschiedliche städtebauliche Situationen um das Gelände zur Zufriedenheit der Architekten gelöst war. Das Gebäude entspricht mit seiner Formensprache einem Gewerbebau und greift zunächst die zweigeschossige Wohnbebauung der direkten Umgebung auf. Zur Innenstadt hin wächst das Gebäude dann auf scheinbar vier Geschosse an und öffnet sich nach Westen mit einem großen verglasten Giebel, hinter dem sich das neue Architekturbüro befindet. Mit seiner rechteckigen Grundform und der auf eine Stahlbetonskelettkonstruktion aufgebrachten Holzfassade sowie den schlanken Fenstern ist das Gebäude bewusst schlicht gehalten. Im großzügigen gemeinsamen Eingangsbereich dominiert Sichtbeton und im 500 m² großen und offen gestalteten Architektenbüro findet sich die Douglasienschalung der Außenfassade als verbindendes Element wieder. Eine breite Eichentreppe führt zum Rückzugsbereich des Open Office. Hier oben befindet sich neben den Rückzugsarbeitsplätzen und einer Sitzgruppe zum Giebel hin eine großzügige Dachterrasse mit einem zauberhaften Blick über die Stadt. Sie ist Teil der Wohlfühlatmosphäre, die Wörner und Walter für ihre Mitarbeiter erreichen wollen. Das Open Office zeigt sich hier in offenen Strukturen, frei und kommunikativ, die den Austausch innerhalb der Teams ebenso befördern wie auch Platz zum Rückzug bieten. So kann sich jeder Mitarbeiter, je nach Anforderung seiner aktuellen Tätigkeit, einen entsprechenden Arbeitsplatz suchen.

Das Gebäude war nach nur 13 Monaten Bauzeit bezugsfertig und entspricht dem KfW 55-Standard. Neben den Architekten und dem Gesundheitszentrum sind noch zwei Praxen und eine Tiefgarage mit 34 Stellplätzen untergebracht. Die Holzfassade stellt nicht nur die Assoziation zum Nordschwarzwald her, sondern entpuppte sich auch als wirtschaftliche Lösung.

www.warchitekten.de

(Erschienen in CUBE Oberrhein/Baden 04|19)