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Brücken schlagen

Die neue Kehler Straßenbahnhaltestelle spielt mit der Phantasie des Betrachters

Frankreich und Deutschland wachsen zusammen. Das gilt zumindest für die Städte Kehl und... mehr

Frankreich und Deutschland wachsen zusammen. Das gilt zumindest für die Städte Kehl und Straßburg, die zwar durch den Rhein voneinander getrennt sind, jedoch eine den Fluß überspannende Brücke nutzen können. Fußgänger und Radfahrer sowie der öffentliche Nahverkehr nehmen diese Möglichkeit der Grenzüberschreitung mit steigender Tendenz in Anspruch, wie die Straßburger Verkehrsbetriebe CTS mit alleine 2,5 Millionen Fahrgästen pro Jahr in ihrer Trambahn registrieren. Erst Ende letzten Jahres wurde die Tramstrecke im baden-württembergischen Kehl verlängert und reicht nun bis zum Rathaus, dessen Areal für die neue Endhaltestelle umgestaltet wurde.

Die Stadt verspricht sich durch die verängerte Strecke neue Impulse und an der Optik der Haltestelle soll es nicht liegen. Die Berliner Architekten J.Mayer.H und Partner haben die Haltezone mit einer Skulptur aus hellen rundlichen Scheiben versehen, die in sich Dynamik, Gleichgewicht, Labilität und Mobilität vereint. Die versetzt stehenden, unterschiedlich geformten Sichtbetonscheiben vermitteln trotz ihrer Größe eine spielerische Leichtigkeit, bieten Schutz vor Wind und Wetter und ermöglichen jederzeit Durchblicke zur Umgebung. Auf den vertikalen Scheiben balancieren als Dach zwei horizontal liegende Varianten und es scheint fast so, als könne sich das Bild täglich ändern.

Der Vergleich mit Hinkelsteinen und Dolmen drängt sich unweigerlich auf. Asterix und Obelix lassen grüßen – und damit ein sympathischer Comic-Klassiker, der wiederum völkerverbindend hüben wie drüben seine begeisterte Leserschaft hat. Auch „in Stein gemeißelte Freundschaft“ lautet eine beliebte Interpretation der aufmerksamkeitserregenden Tramstation. Rund zehn Kilometer entfernt auf der anderen Flussseite wartet Frankreich mit der Endhaltestelle Hoenheim auf, die bereits 2001 nach dem Entwurf von Zaha Hadid realisiert wurde und thematisch eine landschaftliche Anmutung hat. Und zwischen beiden pendelt der alltägliche „Kleine Grenzverkehr“.

www.jmayerh.de

Fotos:

Frank Dinger
Stadt Kehl

(Erschienen in CUBE Oberrhein/Baden 03|19)