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Hot Questions – Cold Storage

Die neue Schausammlung des Architekturzentrum Wien

Vorschau: 01_73074_gaupenraub_VinziAmLand_Baustellenfoto

gaupenraub +/-, Alexander Hagner, Ulrike Schartner: VinziRast am Land, Alland, Niederösterreich, 2019–2022. Der über 100 Jahre alte Holzstadl wurde im Kamptal abgebaut, von SchülerInnen der HTL-Mödling in der VinziRast am Land wieder zusammengebaut und dient 200 Hühnern als Stall.

Vorschau: 02_33046_Richter_SchuleKink

Helmut Richter: Schule der Stadt Wien, Kinkplatz, Wien 14, 1992–1994, Modell

Vorschau: 03_74006_FriedrichStFlorian_WaitingRooms

Friedrich St. Florian: Waiting Rooms, Imaginary Architecture, 1968, Collage

Vorschau: 04_22005_Spalt_Haus_Wittmann_9

Johannes Spalt: Haus Wittmann, Etsdorf am Kamp, Niederösterreich, 1970–1975, Modell

Vorschau: 05_74007_Hollein_CarSculpture

Hans Hollein: Car Building, 2011, „Car Sculpture“ zur Ausstellung CAR CULTURE. Medien der Mobilität im ZKM Karlsruhe

Vorschau: 06_44040_Rainer_Stadthalle

Roland Rainer: Stadthalle Wien, Wien 15, 1953–1958, Wettbewerbsplan „Sporthalle Wien“, Perspektive

Ab dem 3. Februar 2022 gibt die neue Schausammlung des Architekturzentrum Wien Einblicke in die bedeutendste und umfassendste Sammlung zur österreichischen Architektur des 20. und 21. Jahrhunderts. Im Zentrum steht die Befragung von Schlüsselobjekten, darunter prominente und weniger bekannte. Sieben „heiße Fragen“ erwecken den „stillen Speicher“ zum Leben.

Nachdem die Sammlung in den vergangenen 17 Jahren auf über 100 Vor- und Nachlässe sowie umfangreiche Projektsammlungen angewachsen ist, werden in dieser neuen Schausammlung „Hot Questions – Cold Storage“ viele Originalobjekte erstmals zu sehen sein. Jedem Kapitel ist eine „heiße Frage“ unserer Gegenwart vorangestellt, von den Auswirkungen der Globalisierung auf unsere Städte und Dörfer über die Frage „Wie wollen wir leben?“ bis zum Beitrag, den Architektur für unser Überleben auf diesem Planeten leisten kann. Gleichzeitig erlaubt der „Cold Storage“ den BesucherInnen einen Blick hinter die Kulissen der Sammlungsarbeit – eine dynamische Innenschau der Wissensbestände im Depot.

Ausgewählte Modelle, Zeichnungen, Möbel, Textilien, Archivalien und Filme verknüpfen sich zu einer multiperspektivischen Erzählung. Das Baugeschehen des Landes mit all seinen kulturellen, sozialen, politischen, ökonomischen und technischen Implikationen wird pointiert sichtbar gemacht. Die Inhalte reichen vom besonderen Stellenwert des Roten Wien über architektonisch-pädagogische Experimente im Sog der 1968er-Bewegung oder den baukünstlerischen Revolten in Vorarlberg bis hin zu historischen und aktuellen Beispielen für ein ökologisches Umdenken. Dabei befragt die Schau den Kanon der österreichischen Architekturgeschichte mit seinen Fehlstellen, unter anderem aus Sicht einer gendergerechten Perspektive. Sie thematisiert die ideologische Instrumentalisierung von Architektur und Raumplanung, bringt neue Player ins Spiel und befördert unbekannte Quellen ans Licht.

Die thematische Pluralität spiegelt sich auch in der Gestaltung wider. Abwechslungsreiche Objektlandschaften machen den Ausstellungsbesuch zum sinnlich-atmosphärischen Erlebnis.

Die zentrale Frage in der Arbeit des Architekturzentrum Wien – „Was kann Architektur?“ – liegt auch der neuen Schausammlung zugrunde. Dazu kommt die Frage, was Sammlungen können. Museale Sammlungen sind weit mehr als bloßes Strandgut der Geschichte, ihre gesellschaftliche Relevanz zeigt sich in der Befragung und Sichtbarmachung, in der Verbindung von Forschung und Sammlungsauftrag. Die neue Schausammlung „Hot Questions – Cold Storage“ stellt sich der Diskussion über die eigene Praxis und leistet einen aktiven Beitrag für ein Museum der Zukunft.

www.azw.at