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Wohnturm mit Schubladen

Über 10 Jahre liegt die Fertigstellung des Wohnturms auf der Theresienhöhe nun schon zurück,... mehr

Über 10 Jahre liegt die Fertigstellung des Wohnturms auf der Theresienhöhe nun schon zurück, aber er ist so aktuell wie eh und je. Ihn als Baudenkmal zu bezeichnen, ist freilich noch etwas früh – ihn unter Baukunst einzuordnen jedoch sicher nicht ganz verkehrt.

Der Entwurf stammt von Otto Steidle, einem der renommiertesten Architekten Münchens, der völlig unerwartet 2004 verstarb. Seine Bauten waren neu, anzündend, innovativ. Er war ein Baumeister im wahren Sinne des Wortes. Sein Spezialgebiet war der Wohnbau, noch heute gilt eine seiner frühen Arbeiten, die Wohnstruktur in der Genter Straße am Englischen Garten aus dem Jahr 1971 als eine der virtuosesten Wohnanlagen; auch sie wirkt heute so neu und frisch wie damals. Steidle war weit über die Grenzen Münchens hinaus geschätzt. Eines seiner bekanntesten Gebäude ist wohl das mit seinen Bullaugen einem Schiff gleichende Bürogebäude von Gruner und Jahr (gemeinsam mit Uwe Kiessler) am Hamburger Hafen. Eine seiner letzten Arbeiten war der Wohnturm, an dem er mit seinem Büro bis 2003 gearbeitet hatte. Er ist dem historischen Turm auf dem einstigen Messegelände nachempfunden. Er hat dieselbe Höhe von 43 m und steht am selben Standort wie der in den 50er Jahren abgerissene Turm. In die Messehallen gegenüber ist das Deutsche Museum eingezogen.

Das Besondere des 15-stöckigen Turms sind seine weithin sichtbaren auskragenden Balkone – auch „Schubladen“ genannt – sowie das Farbkonzept des Berliner Künstlers Erich Wiesner, mit dem Steidle oft gearbeitet hat. Eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Projekt „WoZoCo“ von MVRDV in Amsterdam ist zwar gegeben, aber das war eben kühnes Holland-Design – bei uns hatte es so etwas zuvor nicht gegeben. Die versetzten Schubladen, teilweise auch geschlossene Veranden, lockern das Gebäude auf und lassen es als Wohngebäude erkennen. Die Architekten achteten darauf, dass jede Wohnung einen 10 m² großen Balkon bekam. Bis auf eine Kita im Erdgeschoss befinden sich 68 Ein- bis Fünf-Zimmer-Wohnungen in dem Gebäude. Das verglaste Treppenhaus an der Nord-Ost-Ecke des Turms ist nachts mit einer Lichtinstallation von Ingo Mauerer beleuchtet; jedem Stockwerk ist eine andere Farbe zugeordnet.

Das damalige Team von Otto Steidles Büro setzt seit seinem frühen Tod sein Werk als „steidle architekten“ fort.

www.steidle-architekten.de

Architekten: Steidle + Partner Architekten BDA www.steidle-architekten.de Farbkonzept:... mehr

Architekten:

Steidle + Partner Architekten BDA
www.steidle-architekten.de

Farbkonzept:

Erich Wiesner Farbgestaltung

Licht-Design:

Ingo Maurer GmbH
www.ingo-maurer.com

Haustechnik, HLS:    

Schurtz und Lommatzsch Gbr

Haustechnik, ELT:

Gramberger Ingenieurbüro

Aussenanlagen:

Auböck und Karasz
Planungsgemeinschaft
www.auboeck-karasz.at

Visualisierung aussen:

Wilkdesign
www.wilkdesign.de

Fotos:

Franziska von Gagern
www.franziskagagern.de