Architektur in Artikel
Kategorie
Themen
Interior in Artikel
Themen
Kategorie
Garten in Artikel
Themen
Kategorie
Spezial in Artikel
Kategorie

Wohnen im Gefängnis

Vorbildliche Sanierung der Fronfeste Straubing

Die Fronfeste in Straubing, ein Gebäude in Innenstadtlage, stammt aus dem 13. Jahrhundert und... mehr
Die Fronfeste in Straubing, ein Gebäude in Innenstadtlage, stammt aus dem 13. Jahrhundert und diente weitgehend als Gefängnis. Im Jahr 1780 fiel die Feste dem großen Stadtbrand zum Opfer und wurde später wieder aufgebaut. Die Generalsanierung dauerte von 2009-2012.

Über drei Etagen und zwei Dachgeschosse entstanden neun großzügige Wohnungen. Der Bestand vor dem Umbau stammte aus verschiedenen Epochen, das festungsartige Gebäude war früher ein bedeutender Teil der historischen Stadtmauer Straubings. Der Nord- und der Südturm waren ursprünglich Wehrtürme. Im Zwischenbau befanden sich die Gefängniszellen, die heute noch im Erdgeschoss gut zu erkennen sind. Einer der Gefangenen, wohl der bekannteste, war der bayerische Räuber Heigl.

Auf das Wagnis der Sanierung ließ sich die Firma Gerl & Vilsmeier Bauträger und Immobilien ein. Für die Umsetzung der Aufgabe wurde der Straubinger Architekt Franz Bast gewonnen, der für seine Spezialisierung auf sorgfältige Restaurierung von Baudenkmäler bekannt ist. Alle Baumaßnahmen geschahen in enger Absprache mit dem Landesamt für Denkmalpflege. Das bestehende Mauerwerk der Innen- und Außenwände aus Vollziegeln wurde an statischen Schwachpunkten erneuert und ertüchtigt. Der zweigeschossige Dachstuhl ist eine Besonderheit: Er wurde schonend saniert, wobei sehr darauf geachtet wurde, möglichst viele Originalbestandteile zu erhalten.

Die spannendste der neun Wohnungen ist eine der beiden Wohnungen im Dachgeschoss. Die historischen Dachbalken, die aus der Zeit des Wiederaufbaus stammen, wurden freigelegt. So hat der Raum nun eine Höhe von 6 m. Der originale Putz wurde lediglich gereinigt, getüncht und gekalkt. In der Küche zeugt noch ein winziges Gaubenfenster von der Festungsvergangenheit. Zudem hat ein Schreiner die Kücheneinbauten um die alte Holzpritsche herumgebaut, die sich schon davor in diesem Raum befunden hatte. Zusätzlich baute der Handwerker einen zur Pritsche passenden Tisch aus altem wurmstichigen Holz. Auch die historische Tür und der Türstock zum Wohnzimmer existiert noch, lediglich 1,70 m hoch. Der Wohnungsbesitzer muss sich ducken, wenn er hindurch geht – es sei seine „tägliche Verbeugung vor der Vergangenheit“, sagt er. Der Boden des großen Wohnraums ist aus Eichendielen, die, um es authentisch wirken zu lassen, von unterschiedlicher Breite sind.

Eine besondere Idee wurde für das Badezimmer entwickelt. Es handelt sich um einen Glaskasten, der von außen nicht einsehbar ist. Von innen aber kann man herausschauen und hat einen offenen Blick in den Himmel. Der Dachumbau erhielt im Jahr 2013 den Sanierungspreis „Dach“.

www.gerl-vilsmeier.de
www.ba-architekten.de
Architekten bast + ascherl architekten www.ba-architekten.de Fotos Studio47 Photo &... mehr

Architekten

bast + ascherl architekten
www.ba-architekten.de

Fotos

Studio47 Photo & Design
Admonter