Architektur
Artikel
Kategorie
Sie können noch Themenbereiche dazu wählen
Themen
Interior
Artikel
Kategorie
Sie können noch Themenbereiche dazu wählen
Themen
Garten
Artikel
Themen
Kategorie
Sie können noch Themenbereiche dazu wählen
Spezial
Artikel
Kategorie
Sie können noch Themenbereiche dazu wählen

Wagala Weia!

Das neue Bar-Bistro Rheingold präsentiert sich mit einem mystischen Bühnenbildambiente

„In der Tiefe des Rheins … Woge, du Welle, walle zur Wiege! Wagala weia!“ – dieses schöne Zitat... mehr

„In der Tiefe des Rheins … Woge, du Welle, walle zur Wiege! Wagala weia!“ – dieses schöne Zitat aus Richard Wagners Oper „Das Rheingold“ wählte Andreas B. Maier vom Büro Moare Architektur aus München als Entwurfsgedanken für das neue Projekt Rheingold Bar-Bistro in der Bayerischen Staatsoper auf der Fläche der alten Abendkasse und Rheingold-Bar. Diesen Herbst, fast auf den Tag genau 151 Jahre nach der Uraufführung von „Das Rheingold“ am 22. September 1869 in München, hat die neue Fläche eröffnet. In Zusammenarbeit mit Böhmler Büro und Objekt als Einrichter entstand ein geradezu mystischer Ort, der auf der Beschreibung des Szenenbildes aus dem Libretto von Richard Wagner zum Rheingold basiert.

So präsentiert sich die Räumlichkeit in einer grünlichen Dämmerung, die nach oben hin aufhellt, und symbolisiert mit den verwendeten Materialien, Farben und der Beleuchtung die Tiefe des Rheins. Durch die behutsame Auswahl der verwendeten Materialien und der reduzierten architektonischen Formensprache entstand ein Entwurf, der dem Bestand Rechnung trägt. Den Raum betritt der Besucher über einen schweren Bühnenvorhang und trifft zunächst auf die bewusst verspielt gestalteten Sitzbereiche, die die Rheintöchter repräsentieren. Bequeme Sitzmöbel von Wittmann in Smaragdgrün, Senfgelb und Nachtblau laden hier auf farbig gemusterten Teppichen zum Sitzen ein. In der Raummitte befindet sich eine streng geometrisch angeordnete Möblierung mit Samtsesseln in Smaragdgrün, die beidseitig von schweren Objekten aus Baubronze gefasst ist.

Dieser Bereich versinnbildlicht die Figur des Alberich und zeigt die Kontroverse zwischen ihm und den Rheintöchtern. Das Thekenmöbel aus grünlich schimmerndem Marmor, ein Verde Saint Denis aus dem Valle d’Áosta, umhüllt wie ein schützendes Riff die gold schimmernde Rückwand, die den Schatz symbolisiert – das Rheingold. Die hinterleuchtete Wand aus Onyx ist 24 m² groß und über eine Tonne schwer. Auf cognacfarbigen Barhockern von Kusch sitzt es sich hier ebenso gut wie auf der langen, hellgrünen Sitzbank aus Samt, einer Sonderanfertigung von Böhmler Büro und Objekt. Kleine „Dipping Light“-Tischleuchten sowie große Hängeleuchten aus Glas aus dem Bestand der Staatsoper sorgen für Atmosphäre. Wie ein Bühnenprospekt spannt sich die Maximilianstraße mit ihrem munteren Treiben vor die großformatigen Fenster und verknüpft den Raum durch die gerahmten Ausblicke mit der Stadt. Die Wegeführung zum Kartenverkauf führt bewusst durch die Räumlichkeit der „Rheingold“-Fläche zum ebenfalls von Moare Architektur neu gestalteten Bereich der Abendkasse, sodass man als Besucher gleich in die Welt der Oper eintauchen und diesen Ort als Auftakt eines sicherlich gelungenen Opernabends gerne in Betracht zieht.

www.moare-architektur.de
www.boehmler.de

Alle Bilder: © Rheingold bar-bistro an der
Bayerischen Staatsoper
Entwurf: Moare Architektur

Fotos:

James McDonald
www.jamesmcdonaldphotography.co.uk

(Erschienen in CUBE München 04|20)