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Virtuoses Raumspiel

Transparentes Einfamilienhaus mit raffinierten Raumlösungen

Eine ungewöhnliche Gestaltung eines Einfamilienhaus fanden das Münchner Büro Gallist Architekten... mehr

Eine ungewöhnliche Gestaltung eines Einfamilienhaus fanden das Münchner Büro Gallist Architekten für eines ihrer Projekte: Zwei weit auskragende Baukörper werden durch einen zurückversetzten Eingang zu einer Einheit verbunden. Das Haus wirkt optisch, als wäre es in zwei Hälften geteilt, was sich beim Näherkommen als optische Täuschung erweist. Um das relativ schmale Grundstück optimal auszuschöpfen und das gewünschte Raumprogramm unterzubringen, entschloss man sich für eine Erschließung von Süden. Die Zufahrt liegt im Osten. Vom Hauseingang aus gelangt man in eine doppelgeschossige verglaste Halle. Sie führt im Erdgeschoss links zur Küche und dem Essbereich. Der als flacher Anbau ausgeführte Wohnbereich wird durch einen Gartengeräteschuppen ergänzt, der mit denselben anthrazitfarbenen Bodenplatten verkleidet ist wie das Garagentor. Darüber liegt der Masterbereich mit Schlafzimmer, Ankleide und dem Sanitärbereich. Im unterkellerten westlichen Teil des Gebäudes befindet sich auch der Fitness- und Wellnessbereich im Souterrain. Im rechten, nach Osten liegenden Gebäudeteil liegt die Doppelgarage, zwei zusätzliche Zimmer im ersten Obergeschoss und darüber thront als „Laterne“ ein aufgesetzter Kubus als Homeoffice. Der komplexe Baukörper mit seinen 381 m² Wohnfläche ist klar und übersichtlich. Das Besondere an der Kubatur sind die weit über das Basisgeschoss auskragenden Obergeschosse. Geometrisch handelt es sich um zwei parallel zueinander auf der Spitze stehende, „L“-förmige Baukörper, die durch den Eingangsbereich und die Halle verbunden sind. Von der Halle im Erdgeschoss führt eine Treppe mit Holzblockstufen und weiß verputzten Wangen in die obere Halle. Links gelangt man in den Master-, rechts in den erweiterten Wohnbereich. Eine ebenfalls weiße Stahlfaltwerktreppe führt nach oben zum Büro. Hinter der Garage liegt eine kleine Einliegerwohnung. Extrem schwierig war, die Statik der Häuser in den Griff zu bekommen, erklärt Architekt Gallist, da nahezu das gesamte Erdgeschoss des linken Gebäudeteils verglast ist. Die wenigen Wandflächen und lediglich zwei Stützen im Innern tragen die Gebäudelast. Die geschosshohe Verglasung ist zum Teil mit Schiebetüren ausgeführt, sodass sich die Wohnfläche zum Garten hin erweitern lässt. Die Ausführung erfolgte durchwegs mit qualitativ werthaltigen Materialien wie Eichendielen oder Natursteinböden im Innern, alles jedoch stets maßvoll, „ohne Schnick-Schnack“, wie Felix Gallist betont.

www.gallist-architekten.de

Fotos:

Boris Storz
www.boris-storz.de