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Paradiesischer Sumpf

Ein preisgekröntes Haus im Moor

Wer sich ein Haus im Moor bauen lässt, muss schon ganz schön resistent gegen raue, düstere... mehr

Wer sich ein Haus im Moor bauen lässt, muss schon ganz schön resistent gegen raue, düstere Naturszenarien sein und die Einsamkeit lieben. Das ist in diesem Fall die falsche Fährte, kein Einsiedler, sondern eine Familie mit Kindern lebt hier – und von Einöde kann auch keine Rede sein, denn das nächste Dorf ist nicht allzu weit entfernt. Dennoch bleibt es ein ungewöhnlicher Ort für ein Einfamilienhaus auf dieser sumpfigen Wiese. Den örtlichen Verhältnissen entsprechend musste auf Unterkellerung verzichtet und Bohrpfähle statt eines Fundaments gewählt werden. Entsprechend hat man es nicht mit einem Haus, sondern vielmehr mit einer Skulptur zu tun. „Das Haus als Skulptur im Moor, die mit der Landschaft eine Einheit bildet und den Bedürfnissen nach Geborgenheit in der Natur, freien Blick in die Weite der rauen Mooslandschaft und Zonierung der Nutzgruppen entspricht. Auf Bohrpfählen im Moos gegründet – raue Schale zum rauen Moosumfeld – innen minimal und klar“, so erklärt es der Architekt Thomas Pscherer.

Ein seltsamer Ort für eine aus der Reihe tanzende Behausung – entstanden nach wenigen Vorgaben des Bauherrn – und die Umsetzng der schöpferisch-kreativen Phantasie des Architekten überlassen: Zwei schmale Riegel, jeweils nur raumbreit, stoßen spitzwinklig aufeinander und bilden dort einen Wintergarten, eine verglaste Zone. Der eine Trakt dient dem Familienleben mit Küche, Wohnzimmer, Esszimmer und Garage und einem Extraraum als Kellerersatz. Der zweite ist das Reich der Kinder mit zwei gleich großen Zimmern und einem Bad. Für den privaten Bereich der Eltern wurde ein zusätzlicher Flügel dazu erdacht, der quer darüberliegend die beiden unteren wie eine Klammer verbindet. Hier ist das Elternschlafzimmer, ein Wellnessbereich und eine Dachterrasse. Verwitterndes Lärchenholz umfasst die gesamten Aussenwände im Wechsel mit großzügigen raumhohen Verglasungen. Paradiesisch? Genau. Thomas Pscherer bekam für diesen Entwurf zahlreiche Preise, unter anderem den German Design Award 2016.

www.pscherer-architekt.de

Architekten: Thomas Pscherer www.pscherer-architekt.de Verglasung, Fensterbau:... mehr

Architekten:

Thomas Pscherer
www.pscherer-architekt.de

Verglasung, Fensterbau:

Schreinerei Pettmesser
www.pettmesser.info

Parkett, Bodenbeläge:

Ingo Weber Zementwerkstatt
www.zement-werkstatt.de

Dachdeckung und -abdichtung:

Christian Haberkorn Dachdeckermeister
www.haberkorn-dach.de

Fotos:

Thomas Pscherer