Architektur in Artikel
Kategorie
Themen
Interior in Artikel
Themen
Kategorie
Garten in Artikel
Themen
Kategorie
Spezial in Artikel
Kategorie

München baut auf Geothermie

Ein Heizkraftwerk als Skulptur im neuen Stadtteil Freiham

In einer Phase, als die Energiegewinnung mit Erdwärme noch in den Kinderschuhen steckte und erste... mehr
In einer Phase, als die Energiegewinnung mit Erdwärme noch in den Kinderschuhen steckte und erste Euphoriewellen auslöste, wurde für den neu entstehenden Stadtteil Freiham ein Wettbewerb für ein Geothermie-Heizkraftwerk ausgeschrieben. Und das aus gutem Grund. Schließlich ist die Situation für Geothermie in München besonders günstig, weil man hier wie im Bereich des bayerischen Molassebeckens in relativ geringer Tiefe von etwa drei bis fünf Kilometer auf sehr heißes Wasser stößt.

Nichts desto trotz war es keine leichte Aufgabe, ein solch technokratisches Gebäude ansprechend zu gestalten. Vor allem, weil es sich im Westen am neuen Stadteingang und damit in exponierter Lage von städtebaulicher Bedeutung befindet.

Daher bestand die Hauptaufgabe vor allem darin, ein technisches Gebäude in eine Form zu bringen, die der „Aufgabe Stadteingang“ gerecht wird. Überzeugen konnte schließlich der Entwurf der Münchener Architektin Julia Mang-Bohn, die den Wettbewerb für sich entschieden hat.

„Wir sind eigentlich sehr schnell auf die Idee gekommen, die Landschaftssituation miteinzubeziehen. Gelungen ist dies, indem wir einen Wall angeschüttet haben, der von weitem wie ein Hügel aussieht,“ erzählt die Architektin Julia Mang-Bohn. Wie metallenen Skulpturen ragen wie Schornsteine aus diesem Hügel heraus. „Man darf ruhig sehen, dass es sich bei dem Kraftwerk um eine überformte Struktur handelt“, so die Architektin weiter. Das Skelett des Turmes ist eine Stahlkonstruktion, in der verschiedene Plattformen aufgehängt werden. In diesem befinden sich nicht nur die Kessel, auch die Schornsteine sind darin befestigt. Umhüllt ist der Turm mit einer Haut aus gestrecktem Aluminiumblech, das – je nach dem, wie das Licht einfällt – leicht metallisch schimmert.

Im Erdwall selber, der zehn Meter hoch und mit 35 bis 50 Grad recht steil ist, ist die Technik untergebracht. Als eine Art Ring umgibt er das gesamte Kraftwerksgebäude, in dem sich die Gaskessel und im Keller die Geothermie-Anlagen befinden.

Die Jury gab diesem Entwurf den Zuschlag, weil er ,unter dem Leitbild „grüne Energie“ eine bewegt gestaltete Landschaft mit einem strahlenden Energieturm als markantem Mittelpunkt vorsieht. Mit dem Entwurf ist der Architektin ein phantasievoller, mutiger und logistisch sehr kluger Entwurf für ein Kraftwerk gelungen, das zugleich als ansprechendes Stadttor fungiert. Zudem kann es als eine Art Inspiration dienen, um für all die noch nicht gebauten Geothermie-Kraftwerke eine ästhetische Lösung zu finden, die über die lapidare technoide Betonkiste hinausgeht.

Insgesamt belaufen sich die Gesamtkosten für den 36 Meter hohen Turm und den begrünten Erdwall auf rund neun Millionen Euro, wobei die Kraftwerkstechnik noch nicht in den Kosten enthalten ist. Endgültig zur Geothermie-Anlage ausgebaut, wird das Heizwerk auch erst, wenn das neue Stadtgebiet Freiham fertig gestellt ist. Dabei bleibt das Gebäude von außen in jedem Fall so erhalten, wie es seit 2009 am Stadteingang vorzufinden ist.

„Das genau war auch die Idee hinter dem Projekt: Außen schon sehr früh ein Bild zu schaffen, das bereits fertig ist, auch wenn sich die weiteren Bauabschnitte noch sehr weit in die Länge ziehen können“, führt Julia Mang-Bohn aus.

Die Ausführungsplanung für dieses Projekt wurde im Auftrag des Generalunternehmers von SCG-Architekten übernommen.

www.bohnarchitekten.de
Architekten Bohn Achitekten www.bohnarchitekten.de Ausführungsplanung SCG Architekten... mehr

Architekten

Bohn Achitekten
www.bohnarchitekten.de

Ausführungsplanung

SCG Architekten
www.scg-architekten.de

Fotos

SCG Architekten
www.scg-architekten.de