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Gewollte Wildnis

Ein Prachtgarten mit Felsenbad mitten in der Großstadt

Oase, Traumgarten, Paradiesgarten – all dies sind unzulängliche, weil abgedroschene Begriffe für... mehr

Oase, Traumgarten, Paradiesgarten – all dies sind unzulängliche, weil abgedroschene Begriffe für die individuellen Gartenkreationen von Alexander Koch, Landschaftsarchitekt aus Pähl in Oberbayern. Eine Bedingung für seinen Beruf, die sich nur bedingt erlernen lässt, ist das Gespür für die Pflanzen und für deren Besonderheiten im Kontext eines Gartens.

Ein Beispiel für das gestalterische Geschick Kochs zeigt ein Garten mitten in München – eine großzügige Anlage, die in dieser Dimension nur geschaffen werden konnte, weil ein Nachbargrundstück dazu gewonnen wurde. Die parkartige Grünfläche breitet sich hinter den beiden in Straßennähe gelegenen Gebäuden aus. Das größere ist das Wohnhaus, das kleinere das „Wellnesshaus“. Ein Schwimmteich im Garten erstreckt sich über beide Grundstücke über eine Länge von 25 m, sodass man das Areal sozusagen schwimmend durchqueren kann. Das Wasserbecken ähnelt mitnichten einem Schwimmbecken, sondern vielmehr einem natürlichen Teich, umsäumt von bemoosten Findlingen aus Thüringer Travertin und einer Felsenskulptur des Bildhauers Helmut Hinterseer, die im Zusammenspiel so natürlich wirken, als wären sie schon immer hier gewesen.

Hecken, Rasenflächen, Obstbäume und Zierpflanzen wechseln einander in den unterschiedlichen Gartenräumen ab. Ein Raumteiler aus Lärchenholz, einem japanischen Shōji nachempfunden, unterteilt den alten und neuen Garten zwischen dem Bestandshaus aus den 1930er-Jahren und dem neuen bungalowartigen Flachbau. Gegen Blicke von außen ist das Anwesen durch eine immergrüne Hecke aus schwarzgrünem Liguster geschützt. Innerhalb des Gartens gibt es eine Fülle von unterschiedlichen Solitärhölzern, wie Zierapfel, Felsenbirne oder Zaubernuss. Bevor eine derartige Gartenanlage zustande kommt, ist ein enormer Planungs- und Gestaltungsaufwand vonnöten. Blieb die geplante Stimmung des Gartens erhalten? Ist die Tiefenwirkung gelungen? Kann die Transparenz verbessert, gar verstärkt werden? Der Gartenarchitekt durchwandert den Garten, fotografiert, prüft, korrigiert. Ein stetiger Prozess, der selbst nach Fertigstellung der Arbeit durch den Gartenarchitekten fortgesetzt wird.

www.koch-koch.de


Fotos:

Alexander Koch

(Erschienen in CUBE München 03|19)